Entzug mit Meerblick: Was hat „Die Friesenjunkies“ mit Sylt zu tun?
Die neue ARD-Serie der „Discounter“-Macher spielt in einer erfundenen Entzugsklinik auf Sylt. Wann sie läuft, wer mitspielt und was über den Drehort bekannt ist.
Sylt steht in Serien gern für Champagner, Reetdach und Sonnenuntergang mit Getränk. Die ARD dreht das jetzt einmal um. In „Die Friesenjunkies“ ist die Insel der Ort, an dem man genau davon loskommen soll.
Schauplatz der neuen Serie ist „Isebek“, eine Entzugsklinik auf Sylt. Die gibt es nicht wirklich, sie ist ausgedacht. Ihr Werbespruch ist trotzdem sehr Sylt: „Isebek – weil Ihre Seele fünf Sterne verdient.“
Wann läuft die Serie?
Ab Freitag, 6. November, steht „Die Friesenjunkies“ in der ARD-Mediathek. Das Erste zeigt alle acht Folgen am 13. und 14. November. Wer nicht bis dahin warten will, kann also schon eine Woche früher einchecken.
Die Macher kennt man aus dem Supermarkt
Hinter der Serie stehen Emil und Oskar Belton. Die 27 Jahre alten Zwillinge haben „Die Discounter“ gemacht, die Impro-Comedy aus einem fiktiven Hamburger Supermarkt. Deren dritte Staffel gewann 2024 den Deutschen Fernsehpreis als beste Comedy-Serie. Bei den „Friesenjunkies“ haben die Brüder das Drehbuch geschrieben, Regie geführt, die Serie geschnitten und spielen selbst mit, als Zwillinge Josef und Otto.
Der Ton ist diesmal ernster. Die Serie erzählt von Abhängigkeit, Freundschaft und dem Versuch, wieder auf die Beine zu kommen. Für die Drehbücher haben die Belton-Brüder nach eigenen Angaben mit Psychologinnen, Psychiatern und Betroffenen gesprochen. „Sucht kennt keine Altersunterschiede oder Klassen. In der Klinik kommen alle zusammen“, sagte Oskar Belton der Deutschen Presse-Agentur.
Wer in der Inselklinik eincheckt
Im Mittelpunkt steht Falko, gespielt von Shadi Eck, der in der Klinik sein Cannabisproblem loswerden will. In der „Gruppe D“ trifft er auf Mitpatienten, die sehr unterschiedliche Gründe für ihren Aufenthalt haben. Martin Brambach spielt den alkoholabhängigen Lebemann Buggi, Sylvie Meis die erfolgreiche Madison, die gegen ihre Medikamentenabhängigkeit kämpft. Dazu kommen Nicole Heesters als alternde Mode-Ikone Gabi, Stephan Luca als Schauspieler Roland, Arman Kashani als reicher Erbe Cyrus und Lera Abova als Holly.
Auf der anderen Seite des Therapietischs sitzen Peter Kurth als Dr. Mangerius, Pheline Roggan als Tiefenpsychologin Beiersdorf und Marie Lina Smyrek als neue Verhaltenstherapeutin Jannika. Klinikleiterin Kowalke, gespielt von Marie-Lou Sellem, sorgt sich derweil um die Bettenauslastung und fürchtet Konkurrenz durch eine neue Klinik in der Nachbarschaft. Eine Sorge, die man auf Sylt eher von Hotels kennt.
Statt Wellness gibt es Gesprächstherapie und Urinkontrollen, abends höchstens einen Billardabend im Aufenthaltsraum. Und weil es eine Serie über Friesen ist, hat auch der bekannteste Friesenjung einen Gastauftritt: Otto Waalkes singt seinen gleichnamigen Hit.
Und wo genau auf Sylt?
Das ist die Frage, die sich hier jeder zuerst stellt. Die Antwort fällt kurz aus: Die Klinik ist erfunden, und wo die Szenen gedreht wurden, sagen die bisherigen Ankündigungen nicht. Wer also beim Spaziergang nach einem Klinikschild mit der Aufschrift „Isebek“ sucht, sucht vermutlich vergeblich.
Oskar Belton fasst die Serie so zusammen: „Es geht auf und ab. Und es ist auch eine Serie über Scheitern und über Hoffnung.“ Das passt zu einer Insel, auf der Ebbe und Flut das seit jeher vormachen.
Quelle: Deutsche Presse-Agentur
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