Der Wind kam von der Seite, der Regen kam in Schüben, und der Platz in Risum-Lindholm gab an diesem Nachmittag kaum etwas her, was mit kontrolliertem Fußball zu tun hat. Team Sylt hat unter diesen Bedingungen 7:0 gewonnen – mit einer Mannschaft, die so jung aufgestellt war wie selten.
Smilla Fabienne Ahlers fehlte, Lana Barbara Borowicz war angeschlagen. Der Kader ist derzeit dünn. Dafür standen mit Katharina Seddig und Jil Marie Stummeyer zwei Debütantinnen des Jahrgangs 2013 auf dem Feld, dazu mit Ida Marit Burkardt und Emilia Lumi Otto zwei weitere Spielerinnen desselben Jahrgangs. Katharina und Jil haben sich perfekt in die Manschaft integriert und ein Baustein des Sieges. Auf der Gegenseite liefen Spielerinnen der Jahrgänge 2010 und 2009 auf – bis zu drei Jahre älter und körperlich klar überlegen. Die Sylterinnen haben das über die volle Distanz aufgefangen, indem sie die Zweikämpfe nicht einzeln gesucht, sondern die Räume gemeinsam verteidigt haben.
Der Beginn verlief schnell: Emilia Lumi Otto traf in der 2. Minute zum 1:0 und legte in der 4. Minute das 2:0 nach. Danach flachte die Partie ab. Beide Mannschaften kamen kaum zu geordneten Aktionen, der Ball wurde vom Wind verzogen.
Der Charakter des Spiels änderte sich mit einer Einwechslung auf Seiten von Frisia. Die neue Spielerin zog ihre Mannschaft mit, Lindholm rückte höher, gewann zweite Bälle und kam zu Gelegenheiten. Dariia Budurina hielt zweimal stark. Dahinter stand die Sylter Abwehr um Solvej Scheel geordnet, und die Phase blieb ohne Ertrag für die Gastgeberinnen. Nach vorne ließ Team Sylt in dieser Zeit zu viele Möglichkeiten aus.
Kurz vor der Pause entschied Ida Marit Burkardt einen Alleingang zum 3:0 (37.). Mit diesem Stand ging es in die Kabine, und unmittelbar nach Wiederanpfiff erhöhte dieselbe Spielerin auf 4:0 (45.). Von da an war der Zugriff von Frisia weg.
Team Sylt verlagerte daraufhin das Spiel: Emilia Lumi Otto zog sich als Spielmacherin zurück und organisierte die Angriffe aus der Tiefe. Thia Marielle Jacobsen traf zum 5:0 (53.), Ida Marit Burkardt schob den Ball beim 6:0 durch die Beine der Torhüterin (68.), und Emilia Lumi Otto setzte nach einem Solo den Schlusspunkt zum 7:0 (75.). Frisia verlegte sich in der Schlussphase auf lange Bälle, die vor der Sylter Abwehr keine Gefahr mehr erzeugten.
Sportlich bleibt vor allem die Chancenverwertung als Aufgabe: Bei sieben Treffern lagen deutlich mehr Gelegenheiten in der Luft. Bemerkenswert ist, wie stabil eine Mannschaft mit vier Spielerinnen des Jahrgangs 2013 gegen einen körperlich überlegenen Gegner gestanden hat, und wie viel Unterstützung untereinander in dieser Partie zu sehen war. Zwei Debüts, ein knapper Kader und Wetterverhältnisse, unter denen technische Lösungen kaum möglich waren – am Ende steht ein 7:0.
Vergnügen bereitet hat dieser Nachmittag niemandem. Der Regen hat davon nichts übriggelassen.

Teams nach dem Spiel. Bild von Kornelia Glicner







