Es war Sonntag, 15:10 Uhr, als am Flughafen Wessterland ein Fluggerät zum Einsatz kam, das in keinem Flugplan der Welt verzeichnet ist: ein silberfarbener Smart.
Der Kleinwagen hatte sich offenbar entschlossen, das lästige Prozedere aus Check-in, Sicherheitskontrolle und Boarding komplett zu überspringen und gleich selbst aufs Rollfeld zu wollen. Sein gewählter Zugangsweg – die Kurve beim Hundespielplatz – ist allerdings weder als Gate noch als Startbahn ausgewiesen. Der Flughafenzaun, der genau dort seinen Dienst verrichtete, hatte dieser Entschlossenheit nichts entgegenzusetzen und wurde auf ganzer Länge aus dem Verkehr gezogen. Er hinterlässt eine Familie und mehrere Meter Maschendraht.
Die Flughafenmitarbeiter reagierten vorbildlich schnell und rückten mit Sicherungsfahrzeugen an, um den unangemeldeten Neuzugang zu umstellen. Die Polizei erschien mit zwei Einsatzfahrzeugen – womit auf dem Gelände kurzzeitig mehr Fahrzeuge standen als bei manchem Linienflug Passagiere an Bord sind. Die Einsatzkräfte fanden nur einen stehenden Smart, der ungefähr so aussah, als hätte er gerade selbst gemerkt, dass zwischen „ich will fliegen” und „ich kann fliegen” ein gewisser konstruktionsbedingter Unterschied liegt.
Verletzt wurde niemand. Das einzige Opfer bleibt der Zaun, dem an dieser Stelle ausdrücklich gedankt sei: Er hat getan, wofür er gebaut wurde, wenn auch nur einmal.
Der Smart wurde anschließend auf dem Landweg abtransportiert – jener Fortbewegungsart also, für die er ursprünglich vorgesehen war. Eine Starterlaubnis lag zu keinem Zeitpunkt vor.
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