Satrup/Sylt. Es gibt Niederlagen, die wehtun. Und es gibt Niederlagen wie diese – eine, die sich anfühlt wie ein Raub. Im Pokalfinale beim VfB Nordmark Satrup mussten sich die Fußballerinnen von Team Sylt C-Juniorinnen bei brütenden 30 Grad erst in der letzten Minute der Verlängerung geschlagen geben. Am Ende lagen die Sylterinnen weinend auf dem Rasen. Verdient hatten sie diesen Ausgang nicht.
Dabei begann das Finale ausgeglichen. In der ersten Halbzeit begegneten sich beide Teams auf Augenhöhe, keine Mannschaft konnte sich entscheidend absetzen. Kira Chayenne Beyer brachte den VFB in der 28. Minute mit 1:0 in Führung, doch postwendend glich Lana Barbara Borowicz für die Sylterinnen zum 1:1 aus.
Nach dem Seitenwechsel kippte das Spiel – zugunsten der Insel. Team Sylt drückte, übernahm das Kommando und hatte Chance um Chance. Mehrfach klatschte der Ball ans Aluminium, das Glück fehlte im Abschluss. Erschwerend kam hinzu, dass die Sylterinnen lange ohne Emilia Otto auskommen mussten, die sich eine Fußverletzung zugezogen hatte und erst zehn Minuten vor Schluss vor Schluß eingewechselt wurde.
Bis zur Trinkpause war Sylt das drückend überlegene Team. Auch danach blieb es ein Sturmlauf, immer wieder war es Jabosen, die den Treffer suchte. Auch Beyer stand öfter alleine vor dem Sylter Tor. Bei Team Sylt stand stand jedoch eine überragende Smilla Ahlers, im Tor die auch die scheinbar unhaltbaren Bälle entschärfte. Team Sylt drehte noch einmal auf, Satrup stand am Ende der regulären Spielzeit stehend k. o. – und rettete sich in die Verlängerung.
Als sich längst alles auf ein Neunmeterschießen einstellte, kam der bittere Moment: Eine Minute vor dem Ende der Verlängerung trafen die Gastgeberinnen. Die Sylter Spielerinnen sanken zu Boden und weinten bitterlich. Nach einer Partie, die sie über weite Strecken bestimmt hatten, blieb ihnen am Ende nichts.
Und doch lohnt der Blick aufs große Ganze: Meister der Staffel und Vizepokalsieger – es gibt deutlich schlechtere Spielzeiten. Diese Mannschaft hat eine starke Saison gespielt, auch wenn ausgerechnet das letzte Spiel ein unverdientes Ende fand.
Bleiben zum Schluss zwei Fragen, die sich aus Sylter Sicht aufdrängen. Erstens: Warum findet ein Endspiel nicht auf neutralem Boden statt? Es war bereits die zweite Ansetzung, und schon im vergangenen Jahr sollte Satrup zu Hause antreten. Ein Finale lebt von fairen Rahmenbedingungen – ein Heimvorteil für eine Seite gehört nicht dazu. Zweitens: Warum wurde, anders als bei den übrigen Pokalspielen, kein Linienrichter eingesetzt? Der junge Schiedsrichter wirkte über weite Strecken überfordert, pfiff aber so gut er konnte – auch wenn er trotz der Hitze und der Trinkpausen pünktlich abpfif. Beides sind Punkte, die ein faires Finale verdient hätte.
So bleibt eine bittere, aber erhobenen Hauptes zu tragende Niederlage – und eine Saison, auf die Team Sylt trotz allem stolz sein darf.
Tore: Kira Chayenne Beyer (28., 1:0), Lana Barbara Borowicz (29., 1:1)
Veranstaltungsort: VfB Nordmark Satrup · Pokalfinale der Frauen (VfB Nordmark Satrup – Team Sylt n. V.)
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