Willkommen auf der wohl wichtigsten Fußballveranstaltung im Juni. Die FIFA hatte zwar Protest eingelegt, weil ein anderes Turnier mit dem Spieltag kollidierte — doch man muss eben Prioritäten setzen. Schauen Sie übrigens gern mal in unseren Fußballblog auf Sylt1: Wattwanderer trifft Weltmeister. Aber das ist ein anderes Thema.
Am Sportzentrum in Keitum ging es am vergangenen Wochenende nicht um Leben oder Tod — sondern um viel mehr. Der Altligacup 2026 stand an, organisiert von Tinnum 66, und vor allem ging es dabei auch um einen guten Zweck: Durch Losverkäufe kamen rund 4.000 Euro in die Kasse.
Mitorganisator Uwe Glindmeier avancierte an diesem Nachmittag zum inoffiziellen Selfie-König und traf viele alte Bekannte. Gemeinsam mit Dirk Bernhard Ipsen arbeitete er konzentriert an der Organisation, während rundherum ein 40-köpfiges Team das Event einmal mehr zum Höhepunkt des Jahres machte. Eine logistische Glanzleistung: 35 Teams mussten auf zeitweise acht Spielfeldern koordiniert werden.
Großer Sport und eine kleine Sensation
Was geboten wurde, war über weite Strecken großartiger Fußball — und es gab sogar eine kleine Sensation. Tinnum 66, traditionell der gute Gastgeber mit gewohntem Vorrundenaus, schaffte es diesmal tatsächlich ins Achtelfinale. Leider als einziges der Sylter Teams. Dort traf man auf den ewigen Rivalen aus Leck und gewann eine echte Zitterpartie mit 2:1.
Der ausbrechende Jubel wurde dann allerdings von dem unterbrochen, was wir auf Sylt liebevoll flüssigen Sonnenschein nennen. Doch laut Veranstalter war der Regen sozusagen eingeplant — schließlich sollten die Plätze vor den Viertelfinals ohnehin gewässert werden. Der guten Laune tat das keinen Abbruch: Spontane Jubelzüge durch die geselligen Runden inklusive. Denn am Ende ging es um Geselligkeit und Spaß.
Auf Augenhöhe — und manchmal aus einem anderen Blickwinkel
Trotzdem war der sportliche Ehrgeiz groß. Den prestigeträchtigen Pokal, der bereits zum 15. Mal ausgetragen wurde, wollten natürlich alle gewinnen — Tinnum 66 vorneweg. Doch während es gegen Leck auf Augenhöhe zur Sache ging, betrachtete man die Partie gegen die DHL-Nationalmannschaft eher aus einer etwas anderen Perspektive. Die Jungs waren definitiv frisch aus dem Trainingslager gekommen — oder hatten zumindest ein Höhentraining absolviert.
Mit 3:0 gewannen sie das Viertelfinale, setzten sich mit 3:1 gegen den TSV Plön durch und bezwangen im Finale den starken TSV Friedland.
Der Pokal blieb dann doch auf der Insel
Einen Titel holten die Tinnumer aber am Ende doch noch — und zwar im Walking Football. Klingt komisch, ist aber eine neue Sportart: kein Sprinten, keine hohen Bälle, dafür umso mehr Cleverness und Stellungsspiel. In einem spannenden Endspiel setzte sich das Team um Willy Christiansen und all die anderen alten Recken mit 1:0 gegen den TSV Kruckel 1910 durch.
Ein würdiger Abschluss für einen Tag, an dem am Ende alle gewonnen haben — der Sport, die Geselligkeit und nicht zuletzt der gute Zweck.
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