Jahrzehnte des Wartens haben ein Ende: Der Multipark Sylt in Westerland hat offiziell seine Tore geöffnet und die neue Skate- und Basketballfläche feierlich eingeweiht. Was lange währt, wird endlich gut – dieses Sprichwort trifft wohl kaum auf ein Projekt der jüngeren Inselgeschichte so passend zu wie auf diese moderne Sportstätte. Bei der Eröffnung drängten sich unzählige ungeduldige Kinder, Jugendliche, sportliche Urgesteine und Gäste rund um das Areal, um den lang ersehnten Moment live miterleben zu können.
Würdigung der Wegbereiter und Unterstützer
Bevor die Sportflächen für die Allgemeinheit freigegeben wurden, stand das offizielle Protokoll im Vordergrund, bei dem die zahlreichen Unterstützer gewürdigt wurden. Ein besonderes Gedenken galt dem verstorbenen Bürgermeister Nikolas Heckel, der als einer der maßgeblichen Wegbereiter des Projekts hervorgehoben wurde. Dank des unermüdlichen Einsatzes des TSV Westerland, des Skateboardvereins Sylt, der Sponsoren wie der Sylter Bank und der IVS sowie vieler engagierter Einzelpersonen konnte der Traum vom Multipark schließlich Realität werden. Musikalisch untermalt wurde die feierliche Stimmung von der Sylter Jugendband „The Mitchs“, während die Profis auf ihren Boards bereits die ersten Runden im Park drehten.
Emotionen pur bei den Insel-Urgesteinen
Für die Initiatoren der ersten Stunde war die Eröffnung ein zutiefst emotionaler Moment. Angelo Schmidt vom Skateboardverein Sylt zeigte sich sichtlich gerührt und sprach vom glücklichsten Tag seines Lebens. Er betonte, dass dieser Erfolg auf der Arbeit vieler Generationen aufbaut – angefangen bei Pionieren der 1970er und 80er Jahre wie Uwe Ronneberg, Jürgen Höhncheid, Tom Knut oder Krisan Ludwigsen. Schmidt gab den Staffelstab symbolisch an die nächste Generation weiter, die den Park nun mit Leben füllen soll.
Auch Markus Mager vom Surfclub Sylt zeigte sich absolut begeistert („stoked“) und sprach von einem Wahnsinnserlebnis, als die Kinder endlich die Rampen stürmen durften. Er prognostizierte, dass die Anlage bei gutem Wetter künftig jeden Tag stark frequentiert sein wird.
Mehr als nur Skaten: Basketball, Graffiti und Inklusion
Der Multipark bietet weit mehr als nur Platz für Skateboards und Scooter:
- Streetball auf Profi-Niveau: Direkt neben den Rampen ist ein offizielles 3×3-Basketballfeld entstanden. Basketball-Trainer Kemal Jilis zeigte sich glücklich über die neuen Trainingsmöglichkeiten für die Jugend. Dank der offiziellen Linierung ist die Spielstätte bereits fest verplant: Für das kommende Jahr ist eine U18-Mannschaft gemeldet, die sich auf Sylt mit Teams aus Kappeln, Rendsburg und Kiel messen wird.
- Kreative Entfaltung: Da Skate-Kultur und Streetart traditionell Hand in Hand gehen, rundete ein Graffiti-Workshop das Eröffnungsprogramm ab.
- Barrierefreiheit und Inklusion: Dass das Gelände inklusiv gestaltet wurde, bewies der Besuch von Lian von der gemeinnützigen Organisation SIT’N’SKATE aus Hamburg. Die Organisation nutzt Skateparks für ein inklusives Alltagstraining, bei dem Rollstuhlfahrer lernen, Kanten, Schrägen und sogar Treppen sicher zu bewältigen. Lian lobte ausdrücklich die durchdachte Barrierefreiheit des Sylter Parks, die von den flachen Zugängen bis hin zu den sanitären Anlagen reicht.
Mit der Eröffnung des Multiparks hat Sylt nicht nur eine moderne Sportstätte hinzugewonnen, sondern auch einen lebendigen Treffpunkt für Jung und Alt geschaffen, der den Sportgeist der Insel nachhaltig prägen wird.
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