Die letzten Minuten waren nichts für schwache Nerven. Nachdem der TSV Westerland mit einer Führung in das letzte Viertel ging, startete die SG Pahlhude/Tellingstedt eine furiose Aufholjagd.

In der 58. Minute verkürzte Tim Rathmann für die Hausherren auf 30:32. Nur eine Minute später sah es für Westerland kritisch aus: Ardian Canaj musste für zwei Minuten auf die Bank, und im Gegenzug erzielte Mathis Ewers den Anschlusstreffer zum 31:32. Doch in Unterzahl übernahm der Mann des Abends Verantwortung: Johannes Biallas markierte 25 Sekunden vor dem Ende das erlösende 31:33. Da half auch das letzte Tor der SG durch Ole Papenfuß in der Schlusssekunde nichts mehr – der TSV rettete den 32:33-Sieg über die Zeit.
Tabellensituation: Den Klassenerhalt selbst in der Hand
Trotz des Sieges steht der TSV Westerland mit 6:16 Punkten weiterhin auf dem 11. Tabellenplatz. Aber der Blick auf die Tabelle macht Mut:
Konzentriert man sich rein auf das direkte Duell gegen die Teams aus der unteren Tabellenhälfte, wird deutlich: Der TSV Westerland hat sein Schicksal absolut in der eigenen Hand. Da das Team noch Nachholspiele hat, stehen die entscheidenden „Vier-Punkt-Spiele“ gegen die direkte Konkurrenz noch an.
Hier ist der Ausblick auf die Schlüsselpartien im Tabellenkeller:
1. Das Schicksalsspiel: HSG Nord-NF (Platz 12)
- Termin: 14. März
- Die Lage: Dies ist das wichtigste Spiel der restlichen Saison. Die HSG Nord-NF steht aktuell mit 6:20 Punkten auf dem letzten Platz (punktgleich mit Westerland, aber mit drei Spielen mehr auf dem Konto). Ein Sieg hier wäre ein riesiger Schritt weg vom Tabellenende und würde den TSV psychologisch massiv entlasten.
2. Das Duell gegen den Nachbarn: HSG Fockbek/Nübbel 2 (Platz 10)
- Termin: 21. März
- Die Lage: Fockbek steht mit 7:19 Punkten nur einen Zähler vor Westerland, hat aber bereits 13 Spiele absolviert. Westerland hat hier die Chance, mit einem Sieg vorbeizuziehen und den Anschluss an das untere Mittelfeld (Platz 8/9) herzustellen. Da Fockbek defensiv oft anfällig ist, könnten die Sylter Torjäger hier erneut den Unterschied machen.
3. Heimspiel-Pflicht: TSV Munkbrarup (Platz 9)
- Termin: 29. März
- Die Lage: Munkbrarup steht im gesicherten unteren Mittelfeld. Im Heimspiel auf der Insel muss der TSV die Reisemüdigkeit der Gäste ausnutzen. Ein Erfolg gegen ein Team aus der unteren Tabellenhälfte zu Hause ist Pflicht, um nicht auf Schützenhilfe angewiesen zu sein.
Fazit für den Klassenerhalt
Der Spielplan ist insofern positiv, als dass Westerland gegen alle direkten Konkurrenten (Platz 10 & 12) noch antreten muss. Man ist nicht darauf angewiesen, dass die anderen patzen – man kann sie in den direkten Duellen selbst distanzieren.
Wenn das Team weiterhin mit „Luxus-Besetzung“ von 9 oder mehr Spielern zu diesen Auswärtsreisen antritt, ist der Klassenerhalt bei diesem Restprogramm absolut realistisch. Die Effizienz von Biallas und Canaj wird in diesen engen Partien gegen die direkte Konkurrenz der entscheidende Faktor sein.
Positiver Trend: Luxus-Kader auf Sylt?
Es klingt fast ironisch, aber für Westerländer Verhältnisse war die Reise nach Tellingstedt mit 9 Spielern purer Luxus. In der Vergangenheit musste das Team oft mit noch dünnerer Personaldecke oder ohne Auswechselspieler antreten.
Dass die Mannschaft mit diesem schmalen Kader –einen solchen Auswärtssieg einfährt, zeigt den enormen Zusammenhalt. Wenn das Team diesen Schwung in die kommenden drei Wochen Pause mitnimmt, ist der Klassenerhalt mehr als realistisch.
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