In den 90er Jahren war auf jeder zweiten Frauenzeitschrift „der neuste Diättrend“ als Teaser versprochen, geholfen haben die wenigsten davon. Zeitschriften sind ein rückläufiges Produkt, Online-Magazine haben heute den Vorrang, geändert hat sich aber nichts. Diäthypes werden heute nur nicht mehr beim Arzt im Wartezimmer diskutiert oder auf dem Golfplatz, sondern in sozialen Medien. Doch kann ein Hype wirklich dazu führen, langfristig Gewicht zu verlieren?
Der Hype führt nicht zum Erfolg
Wer auf Instagram unterwegs ist oder Beauty-Magazine im Netz liest, stößt immer wieder auf die ultimative Methode zum Abnehmen. Während die eine Bubble ketogene Ernährung zur einzig funktionierenden Methode erklärt, feiert die nächste Szene Low-Fat-Methoden.
Auffällig ist, wie stark der Trend zur Wegovy-Behandlung in Deutschland steigt. Die sogenannte „Abnehmspritze“ wird vor allem von Nutzern verwendet, bei denen Adipositas vorliegt und die mit der Gewichtsabnahme ihre Gesundheit unterstützen möchten.
Ganze Kanäle bei YouTube und anderen sozialen Medien beschäftigen sich mit dem Thema Gewichtsverlust und jeder scheint es am besten zu wissen.
Auf der anderen Seite stehen verzweifelte Menschen, die nach einer funktionierenden Methode für die eigene gute Figur finden.
Adipositas und Kurven sind nicht dasselbe
Bei allen Hypes und teilweise sogar gut funktionierenden Trends muss immer klar sein, dass nicht für jeden abnehmwilligen Menschen dieselbe Lösung funktioniert. Es fängt schon bei der Unterscheidung zwischen „fünf Kilo zu viel“ und echter Adipositas an.
Unzufriedenheit mit der eigenen Figur ist immer ein legitimer Grund zum Abnehmen, das Maß ist aber wichtig. Wer nach den Weihnachtsschlemmereien drei, vier Kilo zu viel hat und wieder in die Bikinifigur möchte, hat keine gesundheitlichen Beschwerden durch das Gewicht. Anders sieht es bei Menschen mit Adipositas (Fettleibigkeit) aus.
Hier geht es beim Abnehmen nicht mehr nur um das eigene Wohlbefinden, sondern um gesundheitliche Gefahren. Starkes Übergewicht ist mit Folgeerkrankungen wie Bluthochdruck, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes, Depressionen und vielen weiteren Beschwerden verbunden. Aus medizinischer Sicht können sich viele dieser Folgen vermeiden lassen, wenn die Person abnimmt.
Soziale Medien differenzieren hier oftmals nicht, Trends werden einfach ausgespielt, egal wen sie erreichen. Doch während die „Reiswoche“ zum Entschlacken und Wohlfühlen beitragen kann, hilft sie einem Menschen mit schwerem Übergewicht nicht weiter.
Der Mythos von der Kalorienrestriktion
Wer weniger Kalorien aufnimmt, als der Körper benötigt, nimmt ab. Diese Faustregel ist physikalisch korrekt und trotzdem reicht das Wissen nicht aus, um großes Übergewicht abzubauen.
Es kommt nicht nur darauf an, wie viel eine Person isst, sondern auch was sie ist. Um einen Tagesbedarf von 1.500 Kalorien zu decken kann eine Person eine Pizza und eine Tafel Schokolade essen und würde vermutlich abnehmen.
Dieselbe Person würde dann aber auch unter den Mangelerscheinungen leiden, denn der Körper benötigt Kohlenhydrate, Fette und Proteine für die Aufrechterhaltung des Stoffwechsels.
Selbst wenn die 1.500 Kalorien aus gesunden Nahrungsmitteln bestünden, wäre das nicht ausreichend, um langfristig abzunehmen. Die Überzeugung vom Gewichtsverlust und das Interesse an gesunder Ernährung ist ein Muss, damit es wirklich funktioniert.
Wer nur weniger isst, um ein gewisses Ziel auf der Waage zu erreichen, erlebt oft am Ende der Reise den JoJo-Effekt, der dann in den sozialen Medien verschwiegen wird. Langfristig funktioniert es nur, wenn neue Ernährungsmethoden gelernt und Bewegung in den Alltag eingebaut werden. Trends sind dabei nur bedingt eine Hilfe, oft sind sie nur schnelllebig und wieder vorbei. Doch selbst funktionierende Trends setzen die aktive Auseinandersetzung mit dem Thema voraus.
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