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Gestrandet, getrocknet, getrunken: Wie Sylt auf den Tee kam

Ein gestrandetes Teeschiff im 18. Jahrhundert soll Sylt auf den Tee gebracht haben. Wo die Insel heute friesisch und britisch Tee trinkt: Seminare im Teehaus Janssen, Afternoon Tea im Kontorhaus Keitum und in Hotels von Westerland bis Hörnum.

Gestrandet, getrocknet, getrunken: Wie Sylt auf den Tee kam
© Peter Bender
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Den Weltmeistertitel haben die Ostfriesen, Sylt hat seinen Tee vom Meer. Einer Überlieferung zufolge strandete Ende des 18. Jahrhunderts ein Schiff mit getrockneten Teeblättern auf einer Sandbank vor der Westküste. Seither ist die Insel dem Tee verfallen, am liebsten am Nachmittag und mit Kuchen.

Zuerst die Zahlen, damit hier niemand übermütig wird: Ostfriesland kommt laut Sylt Marketing auf rund 300 Liter Tee pro Kopf und Jahr und gilt damit offiziell als Weltmeister. Das sind knapp sechs Liter pro Woche, Kluntjes und Sahnewölkchen nicht mitgerechnet. Sylt spielt in dieser Liga nicht mit, und die Nordfriesen tragen es mit Fassung. Eine heiße Tasse Tee wissen sie trotzdem zu schätzen, vor allem, wenn der Westwind mal wieder die Brandung gegen die Strandkörbe schiebt.

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Wie die Insel auf den Geschmack kam, erzählt eine Überlieferung. Ende des 18. Jahrhunderts lief ein Schiff, beladen mit getrockneten Teeblättern, vor der Westküste auf eine Sandbank. Was danach mit der Ladung geschah, verschweigt die Geschichte höflich. Fest steht nur: Ungenutzt ist sie offenbar nicht in der Nordsee verschwunden. Über Generationen ist daraus eine eigene Teekultur gewachsen.

Brotpudding oder Scones: Hauptsache nachmittags

Zelebriert wird der Tee vor allem am Nachmittag. Die Tradition der Teepause mit süßen und herzhaften Kleinigkeiten stammt aus Großbritannien, auf Sylt hat sie zwei Gesichter.

Die friesische Variante setzt auf kräftigen Schwarztee, Brotpudding und Canapés. Die britische Fassung kommt mit Schwarztee, Scones, Gebäck und herzhaften Sandwiches, gern auf der Etagere, damit der Tisch nicht zu früh voll ist.

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Was in die Tasse kommt, entscheidet jeder selbst: grün oder schwarz, pur oder aromatisiert, mit Zucker oder einer Scheibe Ingwer. Eine Teepolizei hat die Insel nicht. Nur die Frage, ob man nach dem Kluntje umrührt, bleibt Geschmackssache und gelegentlich Anlass für Familienkonferenzen.

Wo man auf Sylt Tee lernt, trinkt und kauft

Wer es genauer wissen will, kann auf der Insel regelrecht in die Lehre gehen:

  • Teehaus Ernst Janssen, Westerland: Teeseminare für Einsteiger und Fortgeschrittene
  • Kleine Teestube: Teepause ohne Lehrplan
  • Sylter Manufaktur: „Tea-Time à la Johannes King“
  • Kontorhaus Sylt, Keitum: klassischer Afternoon Tea, zusammen mit dem benachbarten Käseklub außerdem Tee- und Käseseminare

Tee und Käse an einem Tisch klingt kühn. Ist es aber nicht kühner als Grünkohl mit Zucker, und den isst der Norden schließlich auch.

Auch etliche Hotels halten den Afternoon Tea hoch, darunter das Miramar und das Hotel Stadt Hamburg in Westerland, das Hotel Rungholt in Kampen und das Budersand in Hörnum. Geschulte Teams und Tee-Sommeliers helfen dort bei Sorte und Ziehzeit. Das ist hilfreicher, als es klingt: Zwei Minuten zu lang, und der Assam schmeckt nach Gerberei.

Wer die Teepause mit nach Hause nehmen möchte, findet in den Teeläden der Insel eigene Sylter Mischungen samt Zubehör. So reist ein Stück Westküste im Koffer mit. Diesmal ohne Sandbank, und ganz legal.

Quelle: Pressemitteilung der Sylt Marketing GmbH vom 1. Oktober 2026

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Empfehlungen von Taboola. Diese Inhalte stammen nicht von der Sylt1-Redaktion.