Polizei-Safari im Insel-Gebüsch: Wenn der Sylter Blitzer schüchtern blinzelt
Wer dieser Tage über unsere wunderschöne Insel rollt, bekommt zur Hauptreisezeit nicht nur Möwen, Meeresrauschen und majestätische Dünen geboten – sondern auch ein bisschen europaweite Action. Die große „Speedweek“ hat unser beschauliches Sandmischwerk erreicht. Und wer hätte das gedacht: Sogar im dichten Stop-and-Go-Urlaubsverkehr findet die Polizei noch heldenhafte Fahrer, die das Kunststück vollbringen, überhaupt zu schnell unterwegs zu sein.
Versteckspiel an der St.-Severin-Kirche
Ein ganz besonders scheues Exemplar der Gattung Mobiler Blitzer wurde am Mittwoch in Keitum gesichtet. Liebevoll getarnt und farblich fast perfekt an das nordfriesische Grün angepasst, lauerte das Dreibein auf Höhe der St.-Severin-Kirche auf Beute. Die Standortwahl ist natürlich reine Fürsorge der Beamten. Man möchte schließlich genau dort aufpassen, wo das Gaspedal scheinbar von unsichtbaren Mächten magisch nach unten gezogen wird – oder ganz banal: in den sensiblen Zonen rund um Schulen und Kindergärten, wo Entschleunigung ohnehin die beste Tugend ist.
Inklusivleistung: Das persönliche Urlaubsgespräch
Das absolute Highlight der Sylter Speedweek-Tage ist jedoch der erstklassige Service unserer Inselpolizei. Wer es tatsächlich schafft, dem Lasergerät ins Netz zu gehen, bekommt nicht einfach schnöde ein unpersönliches Knöllchen per Post nach Hause geschickt. Nein, man setzt auf menschliche Nähe am Straßenrand!
- Der VIP-Stopp: Die Beamten winken die unfreiwilligen Rennfahrer charmant aus dem Verkehr.
- Der Klönschnack: Statt einer strengen Strafpredigt wird das „aufklärende Gespräch“ gesucht – quasi eine kostenlose Urlaubsberatung zum Thema Inselruhe.
Bislang fehlen die ganz großen Formel-1-Talente
Die gute Nachricht für alle, die um den Ruf der Insel fürchten: Die ganz großen Tempo-Dramen sind bisher völlig ausgeblieben. Weder Einheimische noch Feriengäste haben sich bislang zu hysterischen Ausbrüchen hinreißen lassen, wenn sie aus dem Verkehr gezogen wurden. Man nimmt die Unterbrechung offenbar mit stoischer Gelassenheit hin.
Extreme Raser wurden glücklicherweise noch nicht gemeldet. Das mag an der famosen Einsicht der Fahrer liegen – oder ganz einfach daran, dass die dicken SUVs im sommerlichen Inselstau ohnehin eher als klimatisierte Strandkörbe auf Rädern fungieren denn als Rennwagen.
Bis zum Sonntag läuft das behördliche Katz-und-Maus-Spiel noch. Bis dahin gilt der ebenso knappe wie herzliche Appell der Polizei, dem man sich nur anschließen kann: Fuß vom Gas, Rücksicht nehmen und lieber die Aussicht aufs Watt genießen. Der Urlaub ist schließlich zum Erholen da – auch für den Motor.
Unsere Partner
Mehr aus Sylt News alle Beiträge

Island Food Festival Sylt: Spitzenköche aus vier Ländern ab 11.11.
Fünf Tage, sechs Sylter Küchen und Gäste von Wien bis zur Bretagne: Beim Island Food Festival wird der November …

Strandgut 2.0: Was Sylter heute im Fundbüro abgeben, Gebiss und Surfbrett inklusive
Früher hieß das Strandräuberei, heute Fundanzeige: Rund 500 Fundsachen gehen pro Jahr beim Fundbüro der Gemeinde …

Glædelig jul in Keitum: Dänischer Julemarked am 8. November
Am Sonntag, 8. November, lädt der Große dänische Julemarked von 11 bis 16 Uhr in die dänische Schule in Keitum. …

Möwen im Hintergrund, Mikro im Wind: SYLT1 Audio geht zum ersten Mal live
Nick und Alex senden aus dem Studio am Strand. Live ab 16 Uhr Radio wird normalerweise in schallgedämmten Räumen …































