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Mit Leib und Seele engagiert

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Sylt / Seine größten Hits wie „Dein ist mein ganzes Herz“ oder „Mit Leib und Seele“ kann fast jeder mitsummen. Am Dienstag, 1. September, ist Heinz Rudolf Kunze zu Gast im Wenningstedter Kursaal und präsentiert seine erste Solo-Show. Im Interview spricht er über Stücke zum Meer, seine Flüchtlingshilfe und warum er „Dein ist mein ganzes Herz“ immer noch singt.

Herr Kunze, Sie haben kürzlich zur Aktion „Musik hilft“ aufgerufen, mit der sie Musikinstrumente für Flüchtlinge sammeln. Wie läuft das bisher?

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Ich habe noch keinen vollkommenen  Überblick, aber uns haben schon einige Instrumente erreicht. Von kleinen Gitarren bis hin zu einer Orgel, die uns ein ehemaliger Tanzmusiker gespendet hat, ist alles dabei.

Eine Orgel? Wie wollen Sie die denn zu den Flüchtlingen transportieren?

Das ist der Haken bei der Sache, um die Logistik müssen wir uns noch kümmern. Aber die Aktion läuft ja noch bis Ende September, bis dahin wollen wir die Zahl der Orte, an denen man die Instrumente abgeben kann, auch noch erhöhen. Es geht ja bei „Musik hilft“ darum, dass Menschen, die Fürchterliches erlebt haben und nun auf engstem Raum zusammen leben, mehr brauchen als Essen, Trinken, Schlafen. Sondern dass man ihnen dabei hilft, vielleicht wieder so etwas wie Freude zu empfinden.

Sie haben neulich in einem Interview beklagt, dass sich zu wenige Ihrer Musikerkollegen für Flüchtlinge stark machen würden …

Nun ja, jetzt melden sie sich ja langsam zu Wort. Aber es war doch lange ein allgemeines Zögern zu beobachten. Es ist nicht mehr so wie damals  in den 80ern, zum Höhepunkt der Friedensbewegung, als bei solch einem Thema alle dabei waren. Eigentlich schade.  Es ist doch so: Ich kann vielleicht nicht wie Til Schweiger ein Flüchtlingsheim bauen lassen. Aber trotzdem kann ich etwas tun.

Sie sprachen gerade Til Schweiger an: Der muss nach seinen Pro-Flüchtlings-Äußerungen gerade im Internet auch jede Menge Hass über sich ergehen lassen. Haben Sie solche Reaktionen auf Ihr Projekt auch erlebt?

Es gab einige kritische Stimmen. Dieser Trend liegt meiner Meinung nach auch in den modernen Medien begründet, wo jeder seinen Senf dazu geben kann. Da muss jeder, der sich engagiert, mit Anfeindungen rechnen. Das erfordert schlicht eine große Portion Gelassenheit. Ich muss aber einräumen: Ich kann die Sorge der Menschen auch verstehen. Ich kenne auch keine  Patentlösung, wie man damit umgehen soll, dass nun hunderttausende Menschen nach Deutschland kommen.

Sie  haben kürzlich auf Amrum die Premiere Ihres neuen Solo-Programms gefeiert – quasi Ihre Best-of-Tournee begonnen …

„Best of …“? Ja, so kann man das neue Programm vielleicht nennen. Es ist allerdings nicht zwangsläufig ein „Best of“ meiner erfolgreichsten Stücke, sondern der, die mir wichtig sind. Da sind ganz entlegene Titel dabei, die nie als Single erschienen sind. Ich gehe ja zum ersten mal solo auf Tournee. Stehe nur mit Gitarre und Klavier auf der Bühne und präsentiere meine Lieder aus dreieinhalb Jahrzehnten.

Werden Sie im Kursaal in Wenningstedt auch „Dein ist mein ganzes Herz, Du bist mein Reim auf Schmerz“ spielen? Ich könnte mir ja vorstellen, dass Sie Ihr großer Hit auch ein bisschen nervt. Oder singen Sie ihn wirklich noch gerne?

(lacht) Fragen Sie doch mal die Scorpions, ob Sie noch gerne „Wind of Change“ spielen … Ich glaube, dass ist das Problem  von mir und von allen Kollegen, dass es Lieder gibt, die das Publikum einfach von uns erwartet, wobei uns selbst vielleicht andere Stücke wichtiger sind. Ich finde aber, das Publikum hat auch ein Recht auf diese Stücke. Da sind wir in gewisserweise Dienstleister.

Sie kennen Sylt ein bisschen – waren sowohl privat als auch beruflich hier. Mögen Sie die Insel?

Ja, schon. Mit Sylt ist es ein wenig wie mit Mallorca: Wer die Insel kennt, weiß, dass die Klischees über sie nicht unbedingt stimmen. Auf Sylt gibt es also nicht nur Snobs und Schickeria, sondern auch ganz viele Orte, an denen sich ganz normale Menschen aufhalten. Außerdem gibt es diesen sagenhaften Strand, diese Brandung …

Haben Sie in Ihrem Repertoire eigentlich  so ein Meer-Lied, einen Song, der zu Sylt passt?

Ja, mein Lied „Am Meer stehen“, eines meiner freundlicheren Stücke. Darin geht es darum, wie gut es tut, in die Brandung zu schauen und das Stadt-Gewimmel hinter sich zu lassen.  Eigentlich ist es nicht Teil meines Solo-Programms, aber vielleicht werde ich es kommenden Dienstag spontan mit aufnehmen.

Interview: Friederike Reußner

Dienstag, 1. September, Heinz-Rudolf Kunze solo, Kursaal³, Beginn: 20.15 Uhr  Einlass: 19.30 Uhr,  Preise: 33 € auf allen Plätzen

Quelle: www.sylter-rundschau.de

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