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In Häusern im Wattenmeer wohnen

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Hörnum / „Budersand See 7“ – so oder ähnlich könnten die Anschriften von  künftigen Mietern und Hausbesitzern im Inselsüden lauten. Allerdings werden sie nicht in Hörnum wohnen, sondern auf dem Wasser vor der Hafenmole  – vorausgesetzt, der Traum von Werner Zucker geht in Erfüllung. Seit zehn Jahren bereits arbeitet der Sylter Wissenschaftler und Nautiker gemeinsam mit seinem Partner Reinhard Knoche, an der Vision, im Wattenmeer schwimmende Häuser zu bauen: „Ganz bewusst in einer Mischung als Dauerwohnraum für Einheimische und als Ferienwohnsitze für auswärtige Inselliebhaber“, erläutert Zucker. „So zum Beispiel könnte das Eine über das Andere finanziert werden.“ Grundsätzlich soll dabei nicht der größtmögliche Profit im Vordergrund stehen, sondern die Chance, mit dem ungewöhnlichen Projekt  mehr Wohnungen für Insulaner zu schaffen. Deshalb sei alternativ auch ein Genossenschaftsmodell in der Planung.

Errichtet werden sollen im Abstand von zirka 200 Metern vor der Hörnumer Ostküste, etwa gleich weit entfernt vom Hotel Budersand und der Hafenausfahrt, insgesamt zehn Holzhäuser sowie ein Funktionsgebäude mit Technik und Abstellräumen. Denn „Unterkellern auf dem Wasser geht ja nicht“, sagt Zucker schmunzelnd. Nach bisherigen Planungen soll jedes der zweistöckigen Häuser drei Wohnungen enthalten: die Unteren mit 90 bis 100 Quadratmetern Wohnfläche, die beiden Oberen etwa die Hälfte. Die Häuser stehen, oder genauer gesagt schwimmen auf ausgeschäumten Beton-Plattformen, die verbunden und erreichbar sind über eine sichere, den Strömungen und Gezeiten Rechnung tragende Brücken- und Ponton-Konstruktion. „Das größere Problem ist jedoch der Wind, die so genannte Kränkung“, erläutert Werner Zucker, „sowie mögliche Eisschollen im Winter.“ Deshalb soll seeseitig  eine spezielle Eisgangsabwehr vorgebaut werden. Technisch sei fast alles machbar, so der Projektchef. Das betreffe auch die Strom-, TV- und Internetanbindungen, Heizung, Wasser und Abwasser sowie  Parkplätze, barrierefreie Zugänge und die Erreichbarkeit für  Rettungsdienste. Ähnliche Vorhaben seien bereits erfolgreich in Hamburg, an der Schlei-Mündung oder auf Rügen umgesetzt worden, sagt Zucker – „nun ja, und in Holland sowieso.“

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Aber er gesteht auch: „Der absolute Knackpunkt für das Gelingen unseres Hörnum-Projekts ist die Zustimmung der Oberen Naturschutzbehörde.“ Deshalb habe sein Unternehmen Mare Invest Sylt bereits seit 2013 die 6000 Quadratmeter große Wasserfläche inklusive eines Parkstreifens am Yachthafen gepachtet und umfangreiche Screenings sowie Gutachten zur Umweltverträglichkeit erstellen lassen. „Außerdem sind wir mit der Verwaltung und der Politik – nicht nur auf Sylt, sondern kreis- und landesweit – und mit Verbänden wie BUND oder NABU im Kontakt.“

Bevor Mare Invest Sylt jedoch den letzten großen Schritt einer formalen Antragstellung gehe, brauche er „ein Gefühl dafür, ob die Öffentlichkeit mehrheitlich das Projekt ‚Schwimmende Häuser‘ mitträgt und ob wir tatsächlich eine Chance haben, es auch genehmigt zu bekommen“, sagt Werner Zucker. Sollte das der Fall sein, rechnet der Visionär mit einer Realisierung in den kommenden drei Jahren: „Wenn alles gut geht und wenn wir genug Unterstützer finden, aber natürlich auch Mieter, die auf dem Wasser wohnen wollen.“

Quelle: www.sylter-rundschau.de

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