Wer glaubt, dass bei einer frischen Brise auf der Insel die Küche kalt bleibt, hat die Rechnung ohne Marcel und seine massiven Edelstahl-Boliden gemacht. Wo andere beim ersten Wölkchen schnell ins schützende Haus flüchten, dreht man hier erst richtig auf – und zwar an einem 8.000 Euro teuren Outdoor-Grill der Marke Flammkraft, der allein schon wegen seines Gewichts glatt als Fitnessgerät durchgeht.
Hier geht es direkt zum Video und dem ganzen Grill-Abenteuer in der aktuellen Wochenshow:
Marcel, der früher sein Geld als Handballprofi in der ersten und zweiten Liga verdiente, ist heute für die Firma Hensing im Einsatz und bringt Luxus-Küchen an die frische Luft. Die individuell gefertigten Manufaktur-Stücke sind so robust, dass sie 365 Tage im Jahr draußen stehen können. Selbst wenn man in der Weihnachtszeit bei Schnee noch Lust auf ein spontanes Barbecue samt Glühwein hat – auf Korpus und Arbeitsplatte gibt es entspannte 30 Jahre Garantie. Ein bisschen Sylter Salzwasserluft ringt dieser Anlage also höchstens ein müdes Lächeln ab.
Herzstück des feurigen Spektakels ist die sogenannte „Plancha“ – was im Grunde genommen einfach der sehr viel elegantere und internationalere Name für eine massive Gusseisenpfanne ist. Hier brutzeln in Windeseile perfekte Bratkartoffeln. Um den straffen Zeitplan der Sendung zu retten, werden dafür kurzerhand zufällig anwesende Touristinnen aus den Niederlanden als spontane Schnippel-Hilfen rekrutiert. Praktische Insel-Lösungen eben. Ob Spiegeleier, Fleisch oder gleich ein ganzes Frühstück – auf der Plancha lässt sich unter freiem Himmel fast alles zaubern.
Den kulinarischen Vogel schießt die Truppe allerdings beim Austern-Experiment ab. Statt die edlen Schalentiere brav roh zu schlürfen oder klassisch zu überbacken, werden sie einfach geschlossen direkt auf die fast 300 Grad heißen Roste geworfen. Die herrliche, wenn auch leicht optimistische Hoffnung: Sie mögen sich doch bitte von selbst öffnen. Das tun sie zwar nicht ganz freiwillig – stattdessen platzen kleine Schalenstücke ab –, aber sie dünsten hervorragend im eigenen Saft. Mit einem antiken französischen Austernmesser aus den 50er Jahren und vereinten Kräften werden sie schließlich geknackt. Ein Ex-Handballer, der zum ersten Mal heiße, gegrillte Austern aufbricht – das ist genau die Art von charmanter, kulinarischer Improvisation, die das Leben auf der Insel so wunderbar unterhaltsam macht.
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