Es gibt diese Tage, an denen im Wasserbecken der „Sylter Welle“ alles zusammenläuft. Am Samstagnachmittag bekamen die Zuschauer in Westerland eine Machtdemonstration zu sehen, die in der Oberliga SH/MV ihresgleichen sucht. Mit einem furiosen 24:11-Heimsieg fegte der TV Keitum die Reserve der HSG Warnemünde II aus dem Becken. Es war der dritte Sieg in Folge für die Insulaner – ein Erfolg, der die Tür zur angestrebten Titelverteidigung nun sperrangelweit aufstößt.
Ein Blitzstart wie aus dem Lehrbuch
Schon nach wenigen Sekunden war klar, dass die Keitumer heute keine Gefangenen machen würden. Während die Gäste aus Warnemünde noch versuchten, ihre Ordnung zu finden, schlug es bereits im Kasten ein. Simon Schmiedel, der an diesem Tag kaum zu bändigen war, eröffnete den Torreigen bereits in der ersten Spielminute. Was folgte, war ein Offensiv-Feuerwerk: Innerhalb des ersten Viertels schraubten die Sylter das Ergebnis auf ein beeindruckendes 8:1 hoch.
Warnemünde wirkte zeitweise wie gelähmt von der Wucht der Keitumer Angriffe. Ob über die Flügel oder durch das Zentrum – die Hausherren fanden immer wieder die Lücke. Besonders die Treffsicherheit von Hagen Decker, der insgesamt sieben Mal einnetzte, trieb die gegnerische Abwehr schier zur Verzweiflung.
Routine und jugendliche Frische
Dass der TV Keitum in dieser Saison so stabil agiert, liegt auch an der Tiefe des Kaders. Trainer Bernd Christensen konnte sich am Samstag auf seine gesamte Bank verlassen. Während Routiniers wie Tamas Margitan mit zwei Treffern ihre Klasse bewiesen, zeigte auch die junge Garde keine Nerven: Lasse Reichardt (2 Tore) fügte sich nahtlos in das Kombinationsspiel ein.
Zwar konnten die Gäste im dritten und vierten Viertel das Spiel etwas offener gestalten und durch Friedrich Hess oder Adrian Reihs eigene Akzente setzen, doch der Sieg der Insulaner geriet zu keinem Zeitpunkt in Gefahr.
Im Gegenteil: Selbst als die Partie hitziger wurde und die Schiedsrichter Lentz und Glathe vermehrt Hinausstellungen aussprechen mussten, behielten die Keitumer die Nerven.
Großer Schritt zur Meisterschaft
Mit dem Schlusspfiff und dem Endstand von 24:11 kannte der Jubel auf der Tribüne keine Grenzen mehr. Nach den vorangegangenen Erfolgen – unter anderem dem hart erkämpften Auswärtssieg in Kiel vor einer Woche – war dies der dritte Streich in Serie.
In der Tabelle festigt der TV Keitum damit seine Spitzenposition. Wenn die Mannschaft diese Form konserviert, scheint die Wiederholung des historischen „Triples“ aus dem Vorjahr (Meisterschaft, Pokal und Masters-Titel) in greifbare Nähe zu rücken. Die „Festung Sylter Welle“ bleibt für die Konkurrenz in dieser Verfassung uneinnehmbar.
Statistik kompakt
- Endergebnis: TV Keitum 24 : 11 HSG Warnemünde II
- Viertelergebnisse: 8:1, 7:2, 4:4, 5:4
- Torschützen Keitum: Hagen Decker (7), Simon Schmiedel (5), Martens Fajersson (4), Rasmus Ipsen (3), Tamas Margitan (2), Lasse Reichardt (2), Owe Christensen (1).
- Kader TV Keitum: Buchholz, S. Hansen, Martens Fajersson, J. Hansen, J. Decker, Jessen, H. Decker, M. Reichardt, Ipsen, O. Christensen, L. Reichardt, Schmiedel, Margitan, Lindenberg.




