Der Nordfriesen-Haaland schlägt erneut zu: Team Sylt feiert 10:0 in Viöl
Starzak trifft siebenmal, die ganze Mannschaft liefert. Am Freitag kommt Leck ins Sportzentrum Sylt-Ost. Sonnabendnachmittag in Viöl, ein gepflegter Kunstrasen, neun gegen neun. Die Pfeife hatte der Trainer der ersten Viöler Herren in der Hand. Neun Sylter liefen auf, zehn Tore nahmen sie mit nach Hause. Es war die bislang eindrucksvollste Vorstellung dieser jungen Mannschaft – und eine, an der jeder seinen Anteil hatte.
Vorne begann der Nachmittag mit einer Starzak-Show. Zwölf Minuten brauchte Jakub Michal Starzak für einen lupenreinen Hattrick, drei Tore hintereinander. Dann trug sich Stephani Jean Fabrice Randrianaridor mit dem 0:4 in die Torschützenliste ein, ehe Starzak das 0:5 nachlegte. Zu diesem Zeitpunkt stand es bei den Torschüssen bereits 18:3 für die Gäste.
Die Viöler, eine überwiegend erfahrene Mannschaft mit ordentlicher Technik, kamen dem Sylter Tempo kaum hinterher. Am deutlichsten wurde das beim 0:6 in der 42. Minute. Rosowski spielte einen präzisen Pass in den Lauf, Starzak schaltete in den Sprintmodus und ließ die komplette Viöler Hintermannschaft hinter sich.

Schnack war ohnehin einer der Väter dieses Nachmittags. Er spielte kompakt und zweikampfstark. Abdessamad Jardouge verteilte die Bälle mit viel Übersicht, Rohullah Ahmadi, den alle nur „Raul“ nennen, eröffnete immer wieder mit langen Pässen. Bjarne Köhn zeigte eine starke Partie und war bei Standards auch vorne gefährlich. Auf der linken Seite sorgte Florian Martin Krah als Schienenspieler für Betrieb: Um ihn zu stoppen, brauchten die Viöler meist gleich zwei Mann. Randrianaridor ging mit seinem Antritt immer wieder durch – er dürfte zu den schnellsten Spielern der Liga gehören. Und dahinter stand ein Torwart, der eigentlich Kapitän im Feld ist: Jakub Andrzej Lwow hütete diesmal das Sylter Tor und hielt die Null. Acht Torschüsse ließ Team Sylt in 88 Minuten zu.
Ganz zufrieden war Trainer Rüdiger Mikolassek trotzdem nicht. Er stand die gesamte Partie unter Strom, und nach dem Seitenwechsel reichte es ihm zeitweise. In der ersten halben Stunde der zweiten Halbzeit fehlte ihm die Laufbereitschaft. Torchancen gab es trotzdem. In der 60. Minute holte Nevio Rosowski einen Strafstoß heraus, Schnack übernahm Verantwortung, jagte den Ball aber hoch über die Latte.
Zehn Minuten später wurde es kurios. Ein langer Ball aus der eigenen Hälfte landete bei Randrianaridor, Starzak tankte sich durch den Strafraum – und auf der Torlinie hielt ein Viöler Feldspieler den Ball einfach mit beiden Händen fest. Sein Torwart schaute zu. Der Unparteiische zeigte auf den Punkt, die Rote Karte, die das Regelwerk für ein mit der Hand verhindertes Tor vorsieht, blieb allerdings in der Tasche. Auch bei einigen Abseitsentscheidungen gingen die Meinungen an diesem Nachmittag auseinander. Starzak verschoss den Strafstoß in der 72. Minute – und brauchte nur Sekunden, um das wiedergutzumachen: 0:7.
Danach war die Mannschaft wieder voll da. In der 76. Minute zog Rosowski zu einem Solo über den halben Platz los, Viöls Torwart Lucas Clausen kratzte den Schuss gerade noch zur Ecke. Die brachte trotzdem ein Tor: Köhn stieg hoch und köpfte zum 0:8 ein.
Das 0:9 in der 83. Minute war das Tor des Tages. Starzak nahm den Ball mit dem Außenrist und setzte ihn genau in den Winkel – ein Treffer, den die Kreisklasse C nicht alle Tage zu sehen bekommt. Eine Minute später ging Rosowski erneut auf die Reise, legte quer, und Raul schob zum 0:10 ein. Fast hätte Rosowski noch ein elftes Tor draufgelegt, doch seinen Freistoß aus 20 Metern parierte Clausen, der beste Viöler an diesem Tag, in der 86. Minute. Nach 88 Minuten war Schluss.
Rosowski war an fast jeder gefährlichen Szene beteiligt: ein herausgeholter Strafstoß, eine Torvorlage, das Solo vor dem 0:8, ein Freistoß, der beinahe saß. Nur ein eigenes Tor fehlte ihm an diesem Nachmittag. Er spielte so mannschaftsdienlich, wie es dieses Team auszeichnet.
Natürlich bleibt der Nachmittag vor allem mit einem Namen verbunden. Drei Spiele hat Starzak für Team Sylt bestritten, 13 Tore hat er erzielt: zwei in Drelsdorf, vier gegen Arlewatt, sieben in Viöl. In der Torschützenliste steht er auf Rang zwei. Seine Tore fallen aber auch, weil hinter ihm eine Mannschaft steht, die ihn sucht und in Szene setzt.
Mikolassek hatte vor der Saison angekündigt, die Spielzeit notfalls mit einem Minikader durchzuziehen: „Zur Not spielt der Busfahrer.“ In Viöl reichten neun Mann.
In der Tabelle ist Team Sylt auf Rang drei geklettert: zwölf Punkte aus fünf Spielen, punktgleich mit dem FSV Wyk-Föhr II. Spitzenreiter SV Klintum (18 Punkte) und die SZ Arlewatt III (15) haben bereits mehr Spiele absolviert. Am Freitag um 19.30 Uhr empfängt Team Sylt im Sportzentrum Sylt-Ost die SG Leck/Achtrup/Ladelund III. Wer diese Mannschaft live erleben will, sollte sich den Abend freihalten. Und vielleicht ist Starzaks Torkonto danach schon wieder ein Stück größer.
Die Zahlen
| TSV DE Viöl II | Team Sylt | |
|---|---|---|
| Tore | 0 | 10 |
| Torschüsse gesamt | 8 | 32 |
| davon bis zum 0:5 | 3 | 18 |
| davon ab dem 0:5 | 5 | 14 |
| Strafstöße | 0 | 2 (beide vergeben) |
| Rote Karten | 0 | 0 |
Torschüsse nach Zählung der Redaktion.
Tore: 0:1, 0:2, 0:3 Starzak (alle bis zur 12. Minute), 0:4 Randrianaridor, 0:5 Starzak, 0:6 Starzak (42.), 0:7 Starzak (72.), 0:8 Köhn (76.), 0:9 Starzak (83.), 0:10 R. Ahmadi (84.)
Team Sylt: Lwow (TW, C) – R. Ahmadi, Schnack, Köhn, F. M. Krah, Randrianaridor, Jardouge, Starzak, Rosowski. Bank: Thomsen, Röhner. Trainer: Rüdiger Mikolassek.
TSV DE Viöl II: L. Clausen (TW) – Mix, Stusnat, Leibecke, H. Albertsen, Meller, Krützfeld (C), Hinrichsen, A. Albertsen. Bank: Lausch, Hansen, Schneising, Greggers, Kutta. Trainer: Michael Greggers.
Schiedsrichter: Trainer der ersten Mannschaft des TSV DE Viöl. Spielzeit: 88 Minuten.
Tabelle Kreisklasse C Nordwest
| Pl. | Mannschaft | Sp. | Tore | Diff. | Pkt. |
|---|---|---|---|---|---|
| 1. | SV Klintum | 7 | 30:13 | +17 | 18 |
| 2. | SZ Arlewatt III | 6 | 29:15 | +14 | 15 |
| 3. | Team Sylt | 5 | 28:13 | +15 | 12 |
| 4. | FSV Wyk-Föhr II (9er) | 5 | 21:6 | +15 | 12 |
| 5. | TSV Süderlügum II | 7 | 16:21 | −5 | 9 |
| 6. | TSV Hattstedt III (9er) | 5 | 14:13 | +1 | 7 |
| 7. | SG Drelsdorf/Goldebek II (9er) | 5 | 16:12 | +4 | 6 |
| 8. | TSV DE Viöl II (9er) | 7 | 14:31 | −17 | 6 |
| 9. | SG Leck/Achtrup/Ladelund III | 7 | 13:34 | −21 | 6 |
| 10. | SV Blau-Weiß Löwenstedt IV (9er) | 6 | 13:19 | −6 | 4 |
| 11. | SV Klintum II (9er) | 6 | 15:32 | −17 | 0 |
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