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Böen, Rennwurst und ein Konzert am Meer: So lief Cycling Paradise Sylt 2026

Böen, Rennwurst und ein Konzert am Meer: So lief Cycling Paradise Sylt 2026
Foto: Redaktion
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Um 7.30 Uhr am Samstagmorgen rollten die ersten Zehnergruppen aus der Strandstraße in Wenningstedt, im Zwei-Minuten-Takt, und der Wind stand schon bereit. Über 60 Kilometer pro Stunde hatten die Modelle für den Vormittag angesagt, und ausnahmsweise hielten sie Wort. Rund 500 Radfahrerinnen und Radfahrer fuhren trotzdem los.

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Das Ziel lag wenige hundert Meter vom Start entfernt an der Sturmhaube, dazwischen lagen wahlweise 98, 63 oder 39 Kilometer Insel. Gewertet wurde nichts. Keine Zeitnahme, keine Platzierungen, keine Startnummer, die am Abend zu irgendetwas berechtigt hätte. Wer unterwegs merkte, dass die kürzere Runde die klügere Entscheidung ist, bog einfach ab – die zivilisierteste Regel, die der Radsport zu bieten hat.

So lief Cycling Paradise Sylt 2026 mit Jan Josef Liefers und Anna Loos

Erst die Carbonräder, dann der Stahl

Gestartet wurde nach Radtypen gestaffelt: zuerst die modernen Renn- und Gravelräder, um 8.30 Uhr das Feld der Vintage-Stahlrenner, ab 9 Uhr alle übrigen, ab 9.30 Uhr die Familienrunde. Dass Rennrad, Gravel, Vintage und E-Bike an einem Morgen nebeneinander auf derselben Straße stehen, sieht man selten. Genau darin lag der Charme.

Böen, Rennwurst und ein Konzert am Meer: So lief Cycling Paradise Sylt 2026

Die große Runde führte über Westerland und den Damm am Rantumbecken nach Hörnum, an der Odde vorbei zurück über den Nössedeich nach Keitum, weiter über Munkmarsch, Braderup und Kampen zur Vogelkoje, durch das Listland nach List und hinaus auf den Ellenbogen. Zurück ging es am Roten Kliff entlang. Wer die Strecke kennt, weiß: Auf diesem Kurs ist jede Windrichtung irgendwann Gegenwind. Der Vormittag bestätigte das ausführlich, gegen Mittag riss die Bewölkung auf.

„Der Wind war natürlich eine Herausforderung, gehört beim Sport dazu“, sagte eine Teilnehmerin im Ziel

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Fünf Stopps, an denen die Insel wartete

Verpflegt wurde das Feld von Sylter Betrieben: Samoa Seepferdchen in Rantum, ROOTS in Keitum, die Vogelkoje in Kampen, die Bambus Bar am Weststrand in List und im Ziel das Strandhafer mit der Rennwurst.

Der längste Aufenthalt des Tages war Keitum. Zwischen 11.15 und 12.15 Uhr stand dort ein guter Teil des Feldes – eine volle Stunde, in der offenbar niemand besonderen Ehrgeiz entwickelte, schneller weiterzukommen. Bei einer Veranstaltung ohne Zeitnahme ist das die logische Konsequenz und ungefähr der ganze Punkt.

Der Freitag zählte schon mit

Losgegangen war das Wochenende bereits am Vortag. Die Registrierung lief im Porsche Studio Sylt, am Nachmittag drehte der frühere Radprofi Erik Zabel eine Warm-up-Runde mit den Teilnehmenden, präsentiert von JobRad Loop. Abends folgte die Pasta Party, um 20.30 Uhr lief in der Kinowelt Westerland eine Sondervorstellung des Radsport-Dokumentarfilms „Höllentour“ – im Beisein von Zabel, was die Sache für alle, die den Film kennen, ein gutes Stück interessanter machte.

Zu den Gästen des Wochenendes zählten die Schauspieler Anna Loos und Jan Josef Liefers. Den Zieleinlauf moderierte die mehrfache Paralympics-Medaillengewinnerin Denise Schindler und begrüßte von 13 bis 17 Uhr jeden Ankommenden einzeln. Vier Stunden am Mikrofon, ohne dass jemand nur als Nummer über die Linie fuhr: eine eigene Ausdauerleistung.

Der schönste Teil kam nach dem Radfahren

Ab 17 Uhr spielte der Gitarrist Tal Arditi live an der Promenade, ab 19 Uhr übernahm ein DJ, dazu Foodtrucks, Getränke und ein Lounge-Bereich mit Blick aufs Meer. Die After-Race-Party war für alle offen, auch für die, die den Tag über nur zugeschaut hatten. Auf einer Insel, auf der Veranstaltungen gern hinter Zäunen stattfinden, ist so eine offene Tür bemerkenswert.

Was von dem Tag bleibt, brachte ein Teilnehmer am Abend auf den Punkt: „Belasst Cycling Paradise genauso wie es jetzt ist, es ist so familiär und dadurch sympathisch.“

Dem ist an einem Tag, an dem der Wind die einzige echte Konkurrenz war, wenig hinzuzufügen. Ein Termin für 2027 steht noch nicht fest.

Häufige Fragen

Wann war das Cycling Paradise Sylt 2026? Am Samstag, 29. August 2026, mit Auftaktprogramm am Freitag, 28. August.

Wie viele Strecken gab es? Drei: 98,0 Kilometer einmal um die Insel bis zum Ellenbogen, 63,3 Kilometer bis zur Vogelkoje und eine 38,6 Kilometer lange Familienrunde.

Wurde die Zeit gestoppt? Nein. Es gab keine Zeitnahme und keine Platzierungen. Es galten die Straßenverkehrsordnung und Helmpflicht.

Welche Räder waren zugelassen? Rennrad, Gravel, Vintage und E-Bike. Gestartet wurde nach Radtypen gestaffelt.

Was kostete die Teilnahme? 129 Euro, inklusive Pasta Party, Verpflegung unterwegs, Startunterlagen, Rahmenprogramm und 20 Prozent Rabatt beim AUTOZUG Sylt.

Wer war zu Gast? Erik Zabel, Anna Loos und Jan Josef Liefers; die Moderation im Ziel übernahm Denise Schindler.

Gibt es einen Termin für 2027? Steht bislang nicht fest.

Fotos: Nick Bosch

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