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Die Bürgermeisterin der Gemeinde Sylt: Sparen, Prüfen, Abwägen…

Die Bürgermeisterin der Gemeinde Sylt: Sparen, Prüfen, Abwägen...
Foto: Redaktion
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…. und neun Millionen Euro vom Land – Tina Haltermann schaut im Oktober auf vier Wochen Verwaltungsalltag zurück. Ihr Fazit: Auf Sylt passiert viel, man sieht es nur nicht.

Wer wissen will, wie es um die Gemeindekasse steht, bekommt gleich im ersten Absatz eine Antwort. Die finanziellen Spielräume vieler Kommunen seien „angespannt“, schreibt Bürgermeisterin Tina Haltermann in ihrem Monatsrückblick, und Sylt sei da keine Ausnahme. Ausgaben und Aufgaben würden deshalb „genau betrachtet“, Entscheidungen „gut vorbereitet“ und Möglichkeiten „sorgfältig abgewogen“. Wer im Rathaus also gerade jemanden mit gerunzelter Stirn über einer Tabelle sitzen sieht, stört besser nicht. Gleichzeitig, so die Bürgermeisterin, brauche es Lösungen, die die Insel langfristig stärken. Politik und Verwaltung arbeiteten dafür „eng zusammen“, ein Satz, den man auf Sylt gern zweimal liest.

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Bau-Turbo mit Handbremse

Beim Wohnungsbau hat der Bund aufs Gas getreten: Der sogenannte Bau-Turbo soll bundesweit mehr Wohnungen möglich machen. Auf Sylt wird das Gaspedal aber mit Gefühl bedient. Es gehe nicht darum, „einfach noch mehr zu bauen“, betont Haltermann, sondern die neuen Möglichkeiten dort einzusetzen, wo sie Menschen nützen, die dauerhaft auf der Insel leben. „Pauschale Lockerungen sind hier nicht automatisch der beste Weg“, heißt es. Wer schon einmal eine Westerländer Straße mit einem Dutzend dunkler Fenster im Februar gesehen hat, ahnt, was gemeint ist.

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Den Rahmen dafür bildet ein Kriterienkatalog, den der Bau- und Planungsausschuss jüngst beschlossen hat. Danach wird jedes Vorhaben einzeln geprüft, auch mit Blick auf Ortsbild, Infrastruktur und Baurecht. So sollen sinnvolle Projekte für Dauerwohnraum unterstützt werden, ohne dass die Orte aus der Form geraten. Dass genaues Hinschauen sich lohnt, habe „die Vergangenheit gezeigt“. Welche Vergangenheit genau, verrät die Bürgermeisterin nicht. Sylterinnen und Sylter dürften aber die eine oder andere Bausünde vor Augen haben.

Bauhof und Unterkünfte: Hier gibt es selten einfache Lösungen

Auch abseits des Wohnungsbaus wird in der Verwaltung fleißig geprüft. Teile des Bauhofs sollen modernisiert werden. Außerdem sucht die Gemeinde weiter nach geeigneten Räumen für die Unterbringung von Geflüchteten. Einfache Lösungen gebe es bei solchen Themen selten, räumt Haltermann ein. Umso wichtiger seien fachliche Einschätzungen, gute Abstimmungswege und „ein realistischer Blick auf das Machbare“.

Neun Millionen Euro, die man nicht selbst bezahlen muss

Dann kommt die gute Nachricht, und die ist so konkret, dass man sie gern zweimal hinschreibt. Die Investitionsbank Schleswig-Holstein (IB.SH) hat dem Schulverband Norddörfer für die Norddörferschule in Wenningstedt bis zu 5,11 Millionen Euro bewilligt. Für den Neubau von Schule und Offener Ganztagsschule an der Grundschule St. Nicolai mit Förderzentrum in Westerland gibt es bis zu 3,92 Millionen Euro. Zusammen sind das rund neun Millionen Euro, die nicht aus der angespannten Gemeindekasse kommen müssen.

Den Dank dafür gibt die Bürgermeisterin weiter, und zwar „herzlich“, an das Kommunale Liegenschafts-Management (KLM). Dessen engagierte Arbeit habe beide Förderzusagen erst möglich gemacht. Fördermittel entlasteten die Haushalte und schafften Spielraum für gute Bildungs- und Betreuungsangebote. Man kann also festhalten: Wenigstens hier ist der Spielraum nicht angespannt, sondern frisch gefüllt.

Geteiltes Leid bei Städtebund und Halligkonferenz

Dass andere Kommunen ganz ähnliche Sorgen haben, war bei der Herbsttagung des Städtebundes zu hören. Viele stünden vor vergleichbaren finanziellen und organisatorischen Herausforderungen, berichtet Haltermann. Auch die politische Lage vor der anstehenden Landtagswahl kam auf den Tisch.

Bei der Mitgliederversammlung der Insel- und Halligkonferenz in Kampen traf die Bürgermeisterin verschiedene Vertreterinnen und Vertreter der Landesregierung. Solche Gespräche seien wichtig, um die besonderen Bedingungen der Insel einzubringen. Dass Sylt besondere Bedingungen hat, dürfte in Kiel ohnehin bekannt sein. Es schadet aber nicht, es ab und zu persönlich vorbeizubringen.

Hundert Jahre Damm und alle dürfen mitfeiern

Ausnahmsweise mit festem Datum kommt das nächste Thema daher: 2027 wird der Syltdamm 100 Jahre alt. Das Planungsteam trifft sich jeden Monat, um die Feierlichkeiten vorzubereiten. Ein solches Jubiläum lebe „in erster Linie von den Menschen, die es mitgestalten“, schreibt Haltermann, und lädt Vereine, Initiativen und alle mit eigenen Ideen ein, sich bei der Gemeinde zu melden. Infos und Ansprechpersonen gibt es unter www.sylt.de/veranstaltungen/100-jahre-syltdamm. Einhundert Jahre lang hat der Damm geduldig Züge getragen, da ist eine anständige Feier das Mindeste.

Das Unsichtbare sichtbar machen

Zum Schluss erklärt die Bürgermeisterin, warum es diesen Rückblick überhaupt gibt. Kommunale Entscheidungen fielen „selten von heute auf morgen“. Vorher gebe es Prüfungen, Gespräche und Beratungen, die von außen kaum zu sehen seien. Diese Arbeit im Hintergrund wolle sie verständlich machen. Die Entwicklung der Insel sei eine gemeinsame Aufgabe, und gute Entscheidungen bräuchten eine solide Grundlage und einen klaren Blick auf das Machbare. Vor allem aber bräuchten sie einen Blick auf die Menschen, für die sie getroffen werden.

Damit ist der Oktober abgeschlossen. Im November wird vermutlich weiter geprüft, abgewogen und sorgfältig vorbereitet, und die Insel wird hoffentlich wieder davon erfahren.

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