Torspektakel bei Team Sylt: Rosowskis Slalom-Abend endet mit 12 Toren
Auf dem Papier war es das Duell des Tabellenzweiten gegen den Tabellenletzten. Auf dem Platz stand allerdings viel Personal des Spitzenreiters: Acht der neun Startspieler der SV Klintum II hatten in dieser Saison bereits in der Startelf der ersten Mannschaft gestanden. Die führt die Tabelle an und war an diesem Wochenende spielfrei. Team Sylt gewann trotzdem deutlich mit 8:4.
Leicht war der Abend nicht. Acht Tore klingen nach einem lockeren Heimsieg, die Sylter mussten dafür aber über die Schmerzgrenze gehen. Gerade im Angriff tat sich die Mannschaft lange schwer. Dazu fehlten mit Bjarne Köhn, Stephani Jean Fabrice Randrianaridor und Abdessamad Jardouge drei Stammspieler, und ohne sie wirkte die ohnehin nicht sattelfeste Abwehr noch wackliger.
In der 27. Minute hatte Amir Hassein Ahmadi so viel Zeit, dass sich nur noch eine Frage stellte: wohin mit dem Ball? Ahmadi entschied sich für die naheliegende Antwort und schoss aus 22 Metern einfach mal auf das Tor: 1:0. Soviel Platz hat man auf Sylt selten.
Nevio Rosowski erhöhte kurz vor der Pause auf 2:0 (42.). Auf Klintumer Seite war früh gewechselt worden. Schon in der 8. Minute kam Benedict Müller für Muqtar Mohamud Ali ins Spiel, und Müller sollte zum gefährlichsten Gast des Abends werden. Der extrem schnelle Angreifer nutzte die Lücken in der Sylter Hintermannschaft und verkürzte in der 57. Minute auf 2:1.
Danach begann Nevio Rosowskis großer Auftritt. In der 59. und 61. Minute traf er zum 3:1 und 4:1, die Gegenspieler ließ er dabei wie Slalomstangen stehen. Rosowski, dass auf Sylt eine neue Sportart Einzug gehalten hat: Slalom. Er kurvte erneut durch die Klintumer Reihen, rund 30 Sekunden später gab es auf der anderen Seite Strafstoß für Klintum. Beim Stand von 4:1 parierte Marco Krah. Es war die auffälligste von mehreren starken Paraden des Sylter Torwarts an diesem Abend. Müller verkürzte trotzdem in der 64. Minute auf 4:2. Bei diesem Gegentor glich die Sylter Defensive einem Hühnerhaufen.
Jakub Michal Starzak hatte zunächst nicht seinen besten Tag erwischt. Er ließ sich oft fallen, verteilte die Bälle klug, hatte in einigen Aktionen aber auch Pech. In der Schlussphase zeigte er sich kämpferisch und erzielte seine Tore mit viel Willen. Das erste davon fiel in der 74. Minute zum 5:2. War das die Entscheidung? Klintum hatte noch eine Antwort: Zwei Minuten später setzte Müller nach, und Jan-Pepe Schneider lenkte den Ball ins eigene Netz, 5:3.
Am Ende setzte sich die Sylter Offensive durch. Rosowski traf in der 81. Minute zum vierten Mal, Ahmadi, der auch als Ballverteiler wieder glänzte, legte in der 84. Minute das 7:3 nach. Starzak erhöhte in der 88. Minute auf 8:3. Den Schlusspunkt setzte Müller in der letzten Minute mit seinem dritten Treffer zum 8:4. Dem Tor ging ein kompletter Aussetzer der Sylter Defensive voraus.
Rosowski war der Spieler des Abends. Anzumerken war ihm, dass er sich für höhere Ligen empfehlen will. In der Rückrunde wird er Team Sylt nicht mehr zur Verfügung stehen.
Trotz der vielen Spieler aus der ersten Mannschaft waren die Gäste schwächer als die SZ Arlewatt III, die zuletzt in Keitum vor allem körperlich stärker aufgetreten war. Gegen Arlewatt fielen sechs Gegentore, gegen Klintum II vier. Die Defensive bleibt die Baustelle, und ohne Rosowski muss die Offensive in der Rückrunde noch mehr leisten.
Klintum II steckt laut Spielbericht auf fussball.de „weiter im Abstiegssog“. Diese Sorge ist überschaubar: Die Kreisklasse C ist die unterste Liga, nach unten geht es von hier nicht mehr.
Team Sylt steht nach dem Sieg auf Rang zwei und hat mit 44 Treffern die meisten Tore der Liga erzielt. Nur einmal verlor die Mannschaft bisher. Am kommenden Sonntag, 25. Oktober, um 14.30 Uhr tritt Team Sylt beim FSV Wyk-Föhr II an.
Die Zahlen: 27 Schüsse, acht Tore
In der ersten Halbzeit kam Team Sylt auf 16 Torschüsse, Klintum auf vier. Daraus wurden nur zwei Tore, die Probleme im Angriff spiegeln sich in dieser Quote. Nach der Pause stand es bei den Abschlüssen 11:11, Klintum holte fünf Ecken, Sylt eine. Die Gäste waren in der zweiten Hälfte fast gleichwertig, Sylt nutzte seine Chancen besser.
| Team Sylt | SV Klintum II | |
|---|---|---|
| Tore | 8 | 4 |
| Torschüsse 1. Halbzeit | 16 | 4 |
| Torschüsse 2. Halbzeit | 11 | 11 |
| Torschüsse gesamt | 27 | 15 |
| Ecken | 4 | 5 |
| Fouls | 6 | 6 |
| Einwürfe | 20 | 25 |
| Abstöße | 14 | 13 |
| Strafstöße | 0 | 1 (gehalten) |
Schüsse, Ecken, Fouls, Einwürfe und Abstöße per Videoanalyse (Veo) erhoben.
Tore: 1:0 A. H. Ahmadi (27.), 2:0 Rosowski (42.), 2:1 Müller (57.), 3:1 Rosowski (59.), 4:1 Rosowski (61.), 4:2 Müller (64.), 5:2 Starzak (74.), 5:3 Schneider (76., Eigentor), 6:3 Rosowski (81.), 7:3 A. H. Ahmadi (84.), 8:3 Starzak (88.), 8:4 Müller (90.)
Besonderes Vorkommnis: Marco Krah (Team Sylt) hält beim Stand von 4:1 einen Strafstoß.
Team Sylt: M. Krah (TW) – R. Ahmadi, Schnack (C), Schneider, F. M. Krah, Borkenhagen, Starzak, A. H. Ahmadi, Rosowski. Bank: Stach, Tesheme, Lwow, Röhner. Trainer: Rüdiger Mikolassek.
SV Klintum II: Hübner* (TW) – Nr. 05 (k.A.), Henningsen* (46. Schäfer*), Xharra* (C), Durmishev*, L. A. Lorenzen*, L. Lorenzen*, Ali* (8. Müller*), Rörich* (46. Plöhn). Bank: Hashim. Trainer: Dennis Xharra.
* = in dieser Saison mit Startelf-Einsätzen in der ersten Mannschaft der SV Klintum
Schiedsrichter: Linus Friedrichsen. Gespielt wurde neun gegen neun.
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