Willkommen im Adlerhorst: Das Boutique-Hotel Aarnhoog ist Keitums verstecktes Juwel
Abseits des Trubels von Westerland und dem Glamour von Kampen liegt das alte Kapitänsdorf Keitum. Hier, wo sich Friesenhäuser hinter blühenden Rosenhecken ducken und das ruhige Wattenmeer den Rhythmus vorgibt, verbirgt sich ein ganz besonderer Rückzugsort: Das Hotel Aarnhoog. Ein Besuch in einem Haus, das friesische Gemütlichkeit mit echtem Fifties-Design und herzlicher Gastfreundschaft vereint.
Wer den malerischen Garten am Gaat 13 betritt, spürt sofort diese besondere Ruhe. Alte Baumbestände spenden Schatten, prächtige Hortensien blühen um die Wette, und mitten in dieser Idylle sitzt Kristan Held. Seit über zwei Jahrzehnten führt er das Haus mit einer spürbaren Leidenschaft. „Willkommen zu Hause, willkommen in Keitum“, lautet sein Credo – und genau so fühlt es sich an, wenn man durch die niedrigen, traditionellen Türen tritt (wobei man sich hier, anders als in vielen alten Friesenhäusern, erfreulicherweise nicht den Kopf stößt).
Vom Blümchen-Stil zum nordischen Fifties-Design Der Name „Aarnhoog“ stammt aus dem Sylterfriesischen und bedeutet sinngemäß Adlerhorst oder Adlerhügel – passend dazu ziert eine zarte Feder das Logo des Hauses. In den beiden friesischen Häusern, von denen eines klassisch reetgedeckt ist, verbergen sich gerade einmal elf exklusive Zimmer und Suiten, die nach Blumen benannt sind.
Wer hier noch den klassischen friesischen „Blümchen-Stil“ erwartet, wird jedoch aufs Angenehmste überrascht. Im Winter 2014/2015 wurde das Haus (das bereits seit Anfang der 90er Jahre von der Eigentümerfamilie Mankel betrieben wird) fünf Monate lang komplett umgebaut. In Zusammenarbeit mit Volquardsen Architekten und Kristan Held entstand ein wunderbar konsequentes Fifties-Design mit nordischem Einschlag: Edle Tapeten von Elli Popp, dunkle Eiche, Vintage-Leuchten von Arne Jacobsen und hochwertige Stoffe von Designers Guild prägen heute das Bild. Das absolute Glanzstück ist die Suite „Strandaster“, die auf über 100 Quadratmetern sogar mit einem eigenen Spa inklusive Sauna und Infrarotkabine aufwartet.
Frühstück bis 13 Uhr und legendärer Kuchen Die kulinarische Seele des Hauses ist die „Friesenstuuv“. Hier wird Entschleunigung wörtlich genommen, denn das Frühstück wird Langschläfer-freundlich bis 13 Uhr serviert. Am Nachmittag locken hier hausgemachte Köstlichkeiten, für die man sich gerne auch mal eine „Doggybag“ einpacken lässt – allen voran der hauseigene Eierlikörkuchen, der unter Kennern längst Kultstatus genießt.
Ein eigenes Abendrestaurant gibt es im Aarnhoog bewusst nicht. Das Hotel gehört zur renommierten Fährhaus Collection. Gäste, die abends auf höchstem Niveau dinieren möchten, nutzen einfach den hauseigenen Shuttle-Service und lassen sich ins rund vier Kilometer entfernte Schwesterhaus, das 5-Sterne-Superior Fährhaus Sylt in Munkmarsch, chauffieren.
Ein Spa unter Sternen Auch wer nach langen Strandspaziergängen am Weststrand (der nur wenige Kilometer entfernt liegt) Entspannung sucht, muss das Aarnhoog nicht verlassen. Der Wellnessbereich bietet einen Innenpool unter einer beeindruckenden Glaskuppel, einen Whirlpool, eine finnische Sauna, ein Dampfbad sowie einen Fitnessbereich. Die wunderschöne Spa-Lounge steht auf Anfrage übrigens auch Tagesgästen offen.
Fazit: Ein Zuhause auf Zeit Das Aarnhoog, das stolz in der Hotelauswahl des Guide Michelin gelistet ist, ist kein Hotel für den schnellen Surftrip, bei dem man morgens mit dem Brett aus der Tür fällt. Es ist ein Ort für Genießer, für Ruhesuchende und auch für Hundebesitzer, deren Vierbeiner hier herzlich willkommen sind. Mit Zimmerpreisen, die im Winter bei ca. 320 Euro beginnen und im Sommer bei rund 380 Euro liegen, bietet das Haus eine exklusive, aber wunderbar unaufgeregte Insel-Auszeit.
Wer einmal in diesem Garten saß und ein Stück Eierlikörkuchen genossen hat, versteht schnell: Der Aarnhoog ist nicht einfach nur ein Hotel. Es ist tatsächlich ein kleiner, feiner Adlerhorst, in den man immer wieder gerne zurückkehrt.
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