WiR KEiTUM 2026: Wie Keitumer Unternehmer und Bewohner ein ganzes Dorf zur Flanier- und Erlebnismeile machen
Keitum/Sylt. Man kann ein Dorf natürlich einfach so lassen, wie es ist. Oder man sperrt morgens den Gurtstig, stellt Stände, historische Traktoren und eine Jurte darauf und hebt die Sperrung am Abend wieder auf, als sei nie etwas gewesen. Keitum hat sich für Letzteres entschieden – und liegt damit erfreulich richtig.
Seit *Freitag, 14. August 2026, läuft die zweite Veranstaltungswoche „WiR KEiTUM“, noch bis **Samstag, 22. August 2026. Ins Leben gerufen haben sie die *Keitumer Unternehmer um Alexander Wirth und AFJ-Chef Axel Börgers – gemeinsam mit Gastgebern, kreativen Köpfen und vor allem den Bewohnern des Kapitänsdorfes, unterstützt vom Ortsbeirat. Denn ohne die Keitumer selbst wäre das Ganze nur ein Programmzettel: Sie öffnen ihre Vorgärten, stellen Tische an die Straße, backen, spielen, schnacken. Das „WiR“ im Namen ist keine Marketingfloskel, sondern eine Zuständigkeitsbeschreibung.
Eine Hauptbühne hat übrigens niemand gebaut. Sehr klug: So muss auch niemand darauf stehen.
Auftakt: Bratwurst für den guten Zweck
Unter dem Motto „Keitum trifft sich“ kamen die Keitumer am Freitag auf dem EDEKA-Parkplatz zusammen – gastronomisch unterschätzt, soziologisch punktgenau. Grillwurst, kühle Getränke, Popcorn und Softeis gab es auf Spendenbasis, der Erlös geht an den Lions Club Sylt. Versteigert wurde außerdem ein Strandkorb, was auf dieser Insel etwa dem Verkauf von Wasser am Meer entspricht und trotzdem zuverlässig funktioniert.
Einheimische, Zweitwohnungsbesitzer, Gewerbetreibende und Urlaubsgäste standen dabei ziemlich unsortiert beieinander. Genau das war der Punkt.
Samstag: Mützen, Ponys und die KÖKKEN Genuss Bude
Am Samstag verteilte sich das Programm über halb Keitum. Ponyreiten für die kleinen Gäste, vor Wohnlich Sylt wurden Mützen individuell bestickt, und auf der Keitum Plaza eröffneten das Restaurant KÖKKEN und der Benen-Diken-Hof die „KÖKKEN Genuss Bude“. Ein Spaziergang durchs Dorf dauerte an diesem Tag etwa dreimal so lange wie geplant. So war es gedacht.
Sonntag: Gurtstig als Flaniermeile – mit Ansage
Am Sonntagmorgen wurde der *Gurtstig für den Verkehr gesperrt, am Abend die Sperrung wieder aufgehoben. Dazwischen lag eine komplette Flaniermeile: **Anwohner mit eigenen Ständen, historische Traktoren, Aktionen für Familien und Kinder. Rund ums Pastorat lockte ein großer *Flohmarkt, davor gab es Yoga unter freiem Himmel. Gestöbert, gehandelt und geschnackt wurde ungefähr im Verhältnis eins zu eins zu drei.
Zu Gast war auch die Hundestaffel – mit Tamo, dem Lesehund, der zuhört, ohne zu unterbrechen. Ein Talent, das vielen Erwachsenen fehlt.
Musik zuerst, dann Tanz
Beim Ralph Lauren Flagship Store der AW Fashion Group traf Mode auf Livemusik: Pianist Joja Wendt und Saxophonist Alexander Wilken eröffneten die „Fashion Sounds“ – Wendt am Klavier in einem gelben Bulli, weil ein gewöhnlicher Konzertflügel es offenbar nicht getan hätte. Im Anschluss machte die Tanzklasse Sylt von Jeanne Dreessen um 16 Uhr die Flaniermeile kurzerhand zur Tanzbühne.
Anreise: entspannter als gedacht
Wer mit dem Auto kam, musste nicht kreisen: Parkplätze gab es zuhauf in den Nebenstraßen sowie auf dem Parkplatz am Kreisel – von dort sind es wenige Minuten zu Fuß ins Dorf. Was ohnehin die richtige Fortbewegungsart ist, wenn ein ganzes Dorf zur Erlebnismeile wird.
Höhepunkt zum Schluss: die AW Fashion Modenschau
Die kultige Jurte bei AFJ steht bereits, das Programm der Keitumer Genusswoche läuft bis Samstag – und als Highlight wartet am Ende die Modenschau der AW Fashion Group. Bis dahin bleibt Keitum, was es diese Woche am besten kann: ein Kapitänsdorf, das von seinen Unternehmern angestoßen und von seinen Bewohnern getragen wird – lebendig, familiär und mit vielen kleinen Aktionen, die zusammen ein großes Ganzes ergeben.
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