Die Insel ist voll, das Wetter macht, was es will – bleibt die Frage, was man mit dem Wochenende anfängt. Die gute Nachricht: Sie haben die Wahl zwischen großen Gefühlen, elektronischen Beats, echtem Schlick und großer Kunst. Die schlechte: Sie müssen sich entscheiden.
Freitag: Klaus Hoffmann im Alten Kursaal
Den Auftakt macht am Freitagabend ein Mann, der seit über fünf Jahrzehnten auf der Bühne steht und trotzdem nie laut werden musste: Liedermacher Klaus Hoffmann gastiert mit seinem Pianisten Nikolai Olof im Alten Kursaal in Westerland. Es gibt Songs vom neuen Album und die großen Klassiker – ein Abend für alle, die Musik mit Geschichten mögen und Geschichten mit Gefühl. Taschentücher sind keine Pflicht, aber auch kein Fehler.
Samstag: Deep House auf dem Kapellenplatz
Am Samstag übernimmt in Wenningstedt das Trio „Mono Beach“ den Kapellenplatz – Deep-House mit Saxophon, Handpan und Percussion, also elektronische Beats mit echten Instrumenten und Meeresrauschen als Support-Act. Wer den Sommer bisher nur aus der Wettervorhersage kennt, bekommt hier die Tonspur dazu. Open Air, versteht sich; die Frisur trägt an diesem Abend der Wind.
Sonntag, Teil eins: Eine Weltmeisterin bittet zur Vernissage
Der Sonntag gehört der Kunst – und zwar einer, die sie im Wortsinn von der Pike auf gelernt hat, nur eben auf dem Brett: Sonni Hönscheid, zwölffache Deutsche Meisterin im Wellenreiten und siebenfache Weltmeisterin im Stand-up-Paddeln, eröffnet in der wineBANK Sylt in der Boysenstraße 2 in Westerland ihre neue Ausstellung. Nach dem Erfolg von „Peace Love Sylt“ in Kampen zieht ihre farbenfrohe Bildwelt nun in die Westerländer Weinbank – und bleibt dort bis Ostern. Aufgewachsen zwischen Hawaii, Fuerteventura und Sylt, malt Hönscheid so, wie andere surfen: mit Schwung, Salz und erstaunlich wenig Respekt vor der Schwerkraft. Wer Kunst mag, geht hin. Wer Wein mag, sowieso. Wer beides mag, hat den perfekten Sonntag. Und wer das Tanzbein schwingen will. An der Musikmuschel geht es rund. Am Abend ist dort der Sundowner … Tanzen und Trommeln…
Sonntag, Teil zwei: Barfuß durch die Salzwiesen
Wem nach all der Kultur der Sinn nach Bodenhaftung steht, findet sie am Sonntag in Rantum – wörtlich. Bei der geführten Tour durch die Salzwiesen erklärt sich einer der faszinierendsten Lebensräume der Insel: Warum der Queller ein Überlebenskünstler ist, was intakte Salzwiesen fürs Klima leisten und weshalb dieser unscheinbare Streifen zwischen Land und Watt mehr kann als jede Fußbodenheizung. Festes Schuhwerk hilft, Demut auch.
Und sonst?
Die Kinowelt in der Westerländer Strandstraße zeigt noch bis Sonntag ihr aktuelles Wochenprogramm, in der Stadtgalerie hängt weiterhin „Bridge meets Water“ von Olaf und Thorsten Newerla. Und ab Montag reist dann bekanntlich das gerichtlich genehmigte Punk-Camp in Tinnum an – aber das ist ein anderes Wochenende und definitiv eine andere Playlist.
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