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Arme Großvermieter: Sylt streicht schweren Herzens die heiß geliebte 95-Cent-Prämie

Arme Großvermieter: Sylt streicht schweren Herzens die heiß geliebte 95-Cent-Prämie

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Es ist ein Drama, das selbst das raue Nordseewetter auf Sylt blass aussehen lässt: Ganze 667.000 Euro, ein bisschen Kritik und die geradezu philosophische Grundsatzfrage, ob man jemanden fürs Geldeinsammeln eigentlich noch extra mit Geld bewerfen sollte. Die Sylter Politik hat nun eine Antwort gefunden – und sie bricht so manchem Vermieter das Herz.

Ein tragischer Abschied nach zehn innigen Jahren

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Erinnern wir uns zurück: Seit 2014 durften sich die Sylter Gastgeber über ein kleines, aber feines Taschengeld von 95 Cent pro ausgestellter Kurkarte freuen. Ein bescheidener Lohn für die absolute Schwerstarbeit des Kurkarten-Handlings. Eigentlich sollte diese süße Romanze schon im Juni 2024 nach exakt zehn Jahren enden. Aber weil neue Online-Systeme manchmal so schnell und reibungslos funktionieren wie ein Liegestuhl im Orkan, durfte die Prämie noch ein kleines Ehrenrundchen drehen.

Doch dann kam das böse Erwachen: Anfang dieses Jahres beschloss der Insel Sylt Tourismus-Service (ISTS), das Ruder selbst in die Hand zu nehmen und die Kurabgabe direkt einzuziehen. Das eigentliche Drama daran? Niemand hat den Vermietern rechtzeitig Bescheid gesagt, dass der 95-Cent-Geldhahn nun zu ist. Verblüffung! Unmut! Wie sollte man diesen Trennungsschmerz nur lindern?

Das 670.000-Euro-Trostpflästerchen, das keines wurde

Die Verwaltung eilte herbei und bastelte einen überaus einfühlsamen Kompromiss: Ein weiches Auslaufkissen von rund 445.000 Euro für dieses Jahr und noch mal 223.000 Euro für 2027. Schließlich muss man sich emotional und finanziell erst einmal auf so einen Verlust vorbereiten. 2028 wäre dann wirklich, ganz ehrlich, endgültig Schluss gewesen. Gut 670.000 Euro aus der Gemeindekasse als kleines Trostpflästerchen? Auf einer Insel, die ja bekanntermaßen ohnehin nicht weiß, wohin mit ihrem unendlichen Reichtum?

Aber die Sylter Gemeindevertretung zeigte sich von ihrer schonungslos pragmatischen Seite. Bereits im Finanzausschuss kam es zum dramatischen Patt, und auch im Gemeinderat war schnell klar: Für dieses liebevolle Abschiedsgeschenk gibt es keine Mehrheit.

Straßenbau statt Vermieter-Geschenke: Wo bleibt die Romantik?

Die Begründung der Politiker ist geradezu ernüchternd: Die Haushaltslage sei angespannt. Man müsse sparen! Das Geld brauche man plötzlich für so unglamouröse Dinge wie schnöden Straßenbau. Zudem dämmerte den Verantwortlichen, dass von dem warmen Geldregen vor allem die großen Vermietungsagenturen profitierten, während die kleine Privatvermieterin mit ihrer gemütlichen Einliegerwohnung ohnehin kaum etwas von dem Geldsegen abbekam.

Und dann fielen auch noch harte Worte: Da viele Agenturen ohnehin schon winzige, kaum erwähnenswerte Service- und Buchungsgebühren von 20 bis 35 Euro pro Gast erheben, fand manch einer den Ruf nach der zusätzlichen 95-Cent-Prämie „fast schon ein bisschen unverschämt“. Stellen Sie sich das mal vor!

Am Ende stimmte sogar der eine oder andere Vermieter im Gemeinderat tapfer gegen den eigenen Geldbeutel. Mit 25 herzlos-vernünftigen Nein-Stimmen (und vier taktvollen Enthaltungen der CDU) wurde die Prämie endgültig zu Grabe getragen.

Ruhe in Frieden, liebe Verwaltungskostenprämie. Du warst teuer, aber schön.

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