Ab dem 05. Juni verwandelt sich der Rathauspark in Westerland in einen Ort des Gedenkens und der Aufklärung. Die internationale Ausstellung #StolenMemory der Arolsen Archives macht Station auf der Insel und erzählt die berührenden Geschichten hinter den letzten persönlichen Besitztümern von KZ-Häftlingen.
Geraubte Erinnerungen kehren zurück Als die Nationalsozialisten Menschen in Konzentrationslager deportierten, nahmen sie ihnen nicht nur die Freiheit, sondern auch ihre letzten persönlichen Gegenstände ab – die sogenannten „Effekten“. Eheringe, Uhren, Füller oder Brieftaschen mit Familienfotos wurden konfisziert. Die Kampagne #StolenMemory hat es sich zur Aufgabe gemacht, genau diese Dinge an die Familien der Opfer zurückzugeben. Seit dem Start im Jahr 2016 konnten auf diesem Weg bereits über 1.000 Familien gefunden werden.
Ein Stück Individualität zurückgeben Gemeinsam mit dem „Arbeitskreis Erinnerungskultur Nationalsozialismus auf Sylt“ und der Gemeinde Sylt holt die Arolsen Archives diese wichtige Plakatausstellung nun in den Inselalltag. Dass die Verbrechen der NS-Zeit direkte Bezüge zur Insel haben, verdeutlicht die Erinnerung an den ehemaligen KZ-Häftling Max Feddersen von Sylt, an den in der Ausstellung exemplarisch erinnert wird.
Bürgermeisterin Tina Haltermann unterstreicht die Bedeutung des Projekts: „Geschichte verschwindet nicht, wenn wir sie ignorieren – sie wiederholt sich, wenn wir nicht aus ihr lernen. #StolenMemory gibt den Opfern des Nationalsozialismus ein Stück ihrer Individualität zurück und erinnert uns an unsere Verantwortung heute.“
Interaktive Spurensuche für Besucher Die Ausstellung im Rathauspark teilt sich in zwei Kernbereiche: Unter der Überschrift „Gefunden“ wird der Verfolgungsweg einstiger Besitzer und die erfolgreiche Rückgabe an deren Nachfahren dokumentiert. Über QR-Codes können die Besucher direkt vor Ort mit dem Smartphone Videoporträts abrufen, in denen Angehörige selbst zu Wort kommen.
Der Bereich „Gesucht“ zeigt hingegen Effekten, die noch auf ihre Rückgabe warten. Das Archiv verwahrt noch immer gestohlene Erinnerungsstücke von rund 2.000 Personen aus ganz Europa. Eine zentrale Botschaft der Ausstellung ist daher auch ein Aufruf zur Mithilfe: Jeder kann die Arolsen Archives bei der Rückgabe unterstützen und sich selbst auf die Spurensuche nach den Verfolgten und deren Familien begeben.
Alle Infos zur Ausstellung auf einen Blick:
- Zeitraum: 05. Juni bis 04. Oktober 2026
- Offizielle Eröffnung: 05. Juni 2026 um 17:00 Uhr
- Ort: Rathauspark, Andreas-Nielsen-Straße, 25980 Sylt / OT Westerland
- Eintritt: Der Besuch der Ausstellung ist kostenlos.
Für weiterführende Einblicke, animierte Filme und pädagogisches Material (ausgezeichnet mit dem Grimme Online Award) steht die begleitende Website stolenmemory.org zur Verfügung.
Bildmaterial: stolenmemory.org




