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Wellness-Kur für den Bahnhof Westerland: Ab 2027 wird’s (vielleicht) gemütlich

Wellness-Kur für den Bahnhof Westerland: Ab 2027 wird’s (vielleicht) gemütlich
Foto: Redaktion
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Man muss den Bahnhof Westerland einfach für seine Beständigkeit bewundern. Während sich die Welt da draußen rasend schnell dreht, hält er eisern an seinem Retro-Charme aus bröckelndem Beton und der dezenten Beleuchtung einer verlassenen U-Boot-Werft fest. Aber damit ist bald Schluss! Die Deutsche Bahn hat sich ein Herz gefasst und angekündigt, dass ab Ende 2027 die Bagger rollen. Das ist doch mal ein Wort – bis dahin haben wir ja auch nur noch zwei Winter Zeit, um das rustikale „Outdoor-Feeling“ auf den Bahnsteigen zur Perfektion zu treiben.

Ein Hauch von Luxus: Ein Dach, das bis zum Zug reicht Die Pläne klingen fast zu schön, um wahr zu sein: Neue Dächer, längere Bahnsteige und sogar ein taktiles Leitsystem. Man stelle sich das vor: Längere Züge können dann tatsächlich dort halten, wo auch ein Bahnsteig ist – ein revolutionäres Konzept für die Marschbahn! Dass die Fahrgäste bis zur Fertigstellung noch ein wenig „auf die Probe gestellt werden“, ist natürlich eine charmante Umschreibung dafür, dass man beim Warten weiterhin eine Gratis-Dusche von oben bekommt. Aber Vorfreude ist ja bekanntlich die schönste Freude, und bis 2028 haben wir ja noch reichlich Zeit zum Vorfreuen.

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Das Keitum-Gefühl: Windsurfen ohne Brett Ein besonderes Lob verdient auch die Umstrukturierung in Keitum. Wer kam eigentlich auf die glorreiche Idee, die Gleise so zu tauschen, dass die Pendler Richtung Festland jetzt dort warten dürfen, wo der Süd-West-Wind am ungebremstesten peitscht? Früher stand man im Windschatten, heute steht man im Fokus der Wettergewalten. Das ist vermutlich die neue „Erlebnis-Bahn“: Man fühlt die Nordsee nicht nur, man atmet sie – und zwar waagerecht mit 60 km/h. Ein Wartehäuschen wäre da auch wirklich viel zu langweilig.

Digitales Fasten auf dem Hindenburgdamm Und dann ist da noch das Internet. Dass die Netzstruktur verbessert werden soll, ist ein wunderbares Projekt. Aktuell ist die Fahrt über den Damm ja eher eine digitale Entgiftungskur. Es hat schon eine ganz eigene Komik, wenn man versucht, dem Kontrolleur sein Handy-Ticket zu zeigen, während das Smartphone verzweifelt nach einem Signal sucht, das irgendwo zwischen Festland und Insel im Schlick steckengeblieben ist. Da hilft dann auch der schönste neue Bahnsteig in Westerland wenig, wenn man digital im Nirgendwo strandet.

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Fazit: Hauptsache, die Fassade glänzt Woher die Millionen für den Umbau kommen, ist uns Pendlern am Ende so egal wie der Wasserstand bei Ebbe. Wir nehmen alles, was die Fahrt erträglicher macht. Ob das Ganze nun echte Strategie oder doch nur ein bisschen kosmetischer Aktionismus ist, wird sich zeigen. Solange die „neuen“ alten Waggons weiterhin ihr Eigenleben führen, bleibt der schicke Bahnhof in Westerland wohl vorerst eine hübsche Haustür an einem Haus, in dem es noch gewaltig durch die Decke zieht.

Aber hey, wir Sylter und Pendler sind ja hart im Nehmen. Wir warten einfach weiter – auf den Zug, auf das Netz und auf 2027.

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