Sport
Kämpferherz aauf dem Festland: Dezimierte Westerländer unterliegen in Alt Duvenstedt
Es war eine dieser Auswärtsfahrten, die man schon beim Betreten des Mannschaftsbusses als „Charaktertest“ verbuchen konnte. Am späten Samstagnachmittag trat der TSV Westerland die Reise zur HSG Fockbek/Nübbel/Alt Duvenstedt an – und die Vorzeichen hätten kaum schwieriger sein können. Mit einem Kader von gerade einmal acht einsatzfähigen Spielern war die Bank der Insulaner so leer gefegt wie der Weststrand bei Orkanstärke.
Dass es am Ende 32:24 (17:10) für die Gastgeber hieß, erzählt dabei nur die halbe Geschichte eines Spiels, das von den Syltern alles abverlangte.

Acht gegen Alle: Ein Spiel am Limit
Handball ist ein Sport der Intensität und der Wechselmöglichkeiten. Wenn man jedoch mit nur acht Mann gegen eine vollbesetzte Spielgemeinschaft auf dem Festland antritt, wird das Parkett zur unerbittlichen Bühne. Der TSV Westerland sah sich von Beginn an einer hochkonzentrierten Heimmannschaft gegenüber, die den personellen Engpass der Sylter gnadenlos auszunutzen wusste. Besonders Maximilian Pahl bekamen die Westerländer nicht in den Griff; mit 13 Treffern wurde er zum Schreckgespenst der Abwehr.
Schon nach 15 Minuten lagen unsere Jungs mit 4:8 zurück. Bis zur Pause wuchs der Rückstand auf 10:17 an. Es war deutlich: Ohne die Möglichkeit, den Leistungsträgern Verschnaufpausen zu gönnen, fehlte in der Offensive die nötige Durchschlagskraft, um den massiven Block der HSG ernsthaft zu gefährden.
Abwehrbollwerk trotz Unterzahl
Doch wer die Westerländer kennt, weiß, dass sie sich nicht kampflos ergeben. Trotz der Offensivschwäche, die dem dünnen Kader geschuldet war, zeigte der TSV in der Defensive eine bemerkenswerte Disziplin. Während die Gastgeber eine teilweise überharte Gangart einschlugen (inklusive einer Disqualifikation), behielten die Sylter die Nerven. Mit einer ruhigen, fast schon stoischen Spielweise hielt man dagegen. Vier Hinausstellungen bei nur acht Spielern bedeuten eine enorme Zusatzbelastung, doch die Abwehrreihe biss sich fest.
Im Vergleich zu anderen Teams der Kreisoberliga mag die Torausbeute diesmal geringer ausgefallen sein, doch die defensive Stabilität und das Fairplay, das die Mannschaft trotz der brenzligen Lage an den Tag legte, verdienen höchsten Respekt. Ardian Canaj (9 Tore) und Johannes Biallas (7 Tore) stemmten sich mit aller Macht gegen die drohende Niederlage und sorgten dafür, dass das Ergebnis in einem würdigen Rahmen blieb.
Blick nach vorn: Die Festung Tinnum wartet
Auch wenn die achte Saisonniederlage schmerzt, ist für Trübsal keine Zeit. In der Kabine herrschte nach dem Abpfiff Einigkeit: Dieses Spiel unter diesen Bedingungen war ein Kraftakt, der zusammenschweißt.
Am nächsten Samstag, den 7. Februar um 18:30 Uhr, kehrt der TSV Westerland zurück in die heimische Halle in Tinnum. Gegen die SG Husum/Schobüll/Nordstrand wird der Auftritt ein völlig anderer sein. Wenn die Ränge gefüllt sind und die personelle Lage sich hoffentlich entspannt, wird die „Festung Sylt-Ost“ wieder beben. Die Revanche für das Hinspiel steht an, und eines ist sicher: Vor heimischem Publikum und mit der Unterstützung der Fans im Rücken werden die Sylter ein Feuerwerk abbrennen, das die Punkte zurück auf die Insel holt.
Kopf hoch, Männer – am nächsten Samstag zeigen wir wieder das wahre Gesicht des TSV!




