Sturmtief Joshua – es hat alles gegeben, aber….
Auf Sylt hat sich schnell gezeigt, dass die Insel, was Naturgewalten angeht, offenbar ganz eigene Maßstäbe anlegt. Die Situation lässt sich wie folgt zusammenfassen:
- Der Wind in Zahlen: Die gemessenen Böen um die 43 Knoten (entspricht etwa 80 km/h) sind zwar offiziell ein Sturm (Windstärke 9), aber in der Nordsee-Hierarchie eben auch „nur“ ein gut durchgeführter Herbsttag. Die ganz großen, orkanartigen Böen, die 120 km/h überschreiten, haben sich anscheinend dezent zurückgehalten.
- Der Schreckens-Vergleich: Man hatte uns einen „Anatol light“ versprochen – bekommen haben wir eher einen „kräftigen Föhn“, der die Frisur ruiniert. Es war ein „Sturm-Schreckgespenst“, das sich bei seiner Ankunft als harmloserer Geselle entpuppte. Von einem echten Orkan, der an die Zerstörungskraft von Anatol (über 150 km/h) heranreicht, war man meilenweit entfernt.
- Das Spektakel: Der Beweis für die relative Entspannung waren die „Schaulustigen“ auf der Promenade. Bei einem echten Orkan würde sich dort niemand mehr aufhalten, es sei denn, er wäre aus Versehen festgebunden. Wenn das Wasser wie schon „vor zwei Wochen“ an die Promenade klatscht, ist das in erster Linie ein beeindruckendes Naturschauspiel, aber keine existenzielle Krise für die Küstenschutzbauten
Kurz gesagt: „Joshua“ hat Sylt ordentlich durchgepustet und für eine steife Brise gesorgt, die manchen Fährverkehr vorsichtshalteber ausgebremst hat. Er lieferte aber vor allem eines: gute Fotomotive und eine Erinnerung daran, dass die Nordsee die Vorhersagen manchmal etwas gelassener nimmt, als die Meteorologen. Der große Knall ist ausgeblieben – und das ist doch die beste Nachricht!
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