Läuft auf Sylt – Kinder an die Macht!
Läuft auf Sylt – „Kinder an die Macht“ ist ein Song von Herbert Grönemeyer. Er trägt eine Menge Wahrheiten in sich. Während sich Politiker über Parkbänke, bunte Flecken auf der Straße und Löcher auf Sylts Straßen streiten, gehen die Kids voran und zeigen einfach mal, wie man unbürokratisch und gemeinschaftlich einen Schandfleck in ein Kunstwerk verwandelt.
Der Schandfleck war die Hauswand im Durchgang zwischen Reformhaus und Wilhelminen-Brunnen. Dieser Durchgang hatte es sogar ins Fernsehen und in die großen Boulevardblätter geschafft, galt er doch als Toilettenersatz der Punks, die Wand verziert mit Sprüchen à la „Bonzen killen“.
Läuft auf Sylt – Menschen die etwas bewegen
Aber zum Glück haben wir auf Sylt Menschen, die Lösungen parat haben. Die Sylter Marketing Gesellschaft gab den Anstoß und holte die Urbanisten ins Boot. Klingt ein wenig nach einer Gang aus der Steampunk-Welt, ist aber ein Verein, der sich als Schnittstelle zwischen Kulturen und Motivator sieht. Menschen sollen ihren individuellen Lebensraum verschönern. Kreativ und lebendig.
Und so leiteten diese den 11. Jahrgang des Gymnasiums auf Sylt an, einfach mal ihren Blick auf die Insel künstlerisch umzusetzen. Weg vom immer gleichen Duktus des Champagners, Kaviars und Nazigesängen, der in den nationalen Medien heraufbeschworen wird. Herausgekommen ist ein 32 Meter breites Wandgemälde, das es auf Sylt so noch nicht gab. Die Lehrerin Julia Kotterba und die „Urbanisten“ David Kory und Paul Manzey lobten die Kids für ihr Engagement.
Läuft auf Sylt – Anwohner begeistert
Der Durchgang lädt nun ein, das gigantische Wimmelbild zu betrachten. Die Eigentümergesellschaft der Maybachstraße 1 war begeistert von den Entwürfen, wie uns die Projektleiterin der SMG, Tessa Heyde, berichtete. Auch nicht alltäglich.
Die Mitarbeiterin der SMG dankt auch den Sponsoren. Immerhin waren 40 Liter Farbe nötig, um das Kunstwerk umzusetzen. Wie gut, dass wir das Traditionshaus Farben Schmidt auf der Insel haben. Und auch das kommunale Projekt „Partnerschaft für Demokratie auf Sylt“ gab etwas dazu.
Die fünf- bis sechzehnjährigen Kids, die bei der SMG-Initiative „Familienwochen auf Sylt“ aktiv waren, zeigten sich begeistert. Vielleicht sollte man die Sylter Schüler und die SMG einfach mal auf die Innenstadt loslassen, damit sie unbürokratisch und schnell dafür sorgen, dass sich etwas tut. Vielleicht sollten sie auch mal bei der nächsten Bauausschuss-Sitzung erscheinen und nach dem Multipark fragen…

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