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Kostspielige Schirmherrschaft

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Sylt / Wahlkampfversprechen, die einen wieder einholen, hat sicher jeder Politiker schon einmal erlebt. Bürgermeister Nikolas Häckel brachte genau so ein Versprechen nun in die Verlegenheit, seinen Hauptausschuss um 10000 Euro zu bitten. Eine Bitte, der die Politiker nicht nachkommen wollten.

Aber von Anfang an: Im vergangenen Jahr fand die jährliche Gala der Sylter Aidshilfe in der heißen Phase des Wahlkampfs um das Bürgermeisteramt statt. So wurden bei der rauschenden Feier auf der „MS Koi“ im Hörnumer Hafen auch alle vier Kandidaten auf die Bühne geholt und gefragt, ob sie als künftiger Bürgermeister bereit wären, bei der 20. Aids-Gala in diesem Jahr als Schirmherr aufzutreten. Alle vier Kandidaten bejahten. „Was hätten sie auch sonst sagen sollen?“, wie der stellvertretende Bürgermeister Carsten Kerkamm auf der jüngsten Sitzung des Hauptausschusses  verständnisvoll feststellte.

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Nun also rückt der Termin der nächsten Aids-Gala näher und die Veranstalter haben Wahlsieger Nikolas Häckel beim Wort genommen: Als Bürgermeister der Gemeinde Sylt möge er die Schirmherrschaft übernehmen und zudem 10000 Euro zur spendenfinanzierten Gala beitragen. So erklärte Häckel es am Dienstagabend dem Hauptausschuss. Er betont, er stehe zu seinem Wort und würde die Schirmherrschaft gern als Bürgermeister der Gemeinde Sylt übernehmen. Deshalb fragte er die Kommunalpolitiker, ob die Gemeinde die 10000 Euro beisteuern will. Ansonsten würde er sie mit Hilfe seines Stellvertreters privat aufbringen.

„Die Forderung der Aidshilfe nach 10000 Euro finde ich nicht angemessen“, befand Gerd Nielsen (SPD), „wenn wir so viel Geld für eine Gala spendieren – wo soll das dann hinführen?“ Oliver Ewald (CDU) regte an, mit den Veranstaltern noch einmal über die Summe zu verhandeln. Er war sich mit vielen der Anwesenden einig darin, dass die AIDS–Gala, sollte die Gemeinde Sylt denn zahlen, aber auf jeden Fall in einem Saal im Gemeindegebiet stattfinden soll. Momentan ist die Gala für den 28. November im  Wenningstedter Kursaal³   geplant. Dort ist die Vorsitzende der Aidshilfe, Elke Wenning, für die Veranstaltungsplanung zuständig. Zunächst sei das Rathaus als Veranstaltungsort geplant gewesen, doch dagegen hätten zu viele Bedenken bestanden, hieß es auf der  Sitzung.

Erik Kennel (SWG) brachte noch einen weiteren Aspekt in die Debatte ein: „Wenn die Gemeinde die Schirmherrschaft übernimmt, sollte diese Aufgabe doch eigentlich der Bürgervorsteher, und nicht der Bürgermeister übernehmen“. Peter Schnittgard selbst  (CDU) kam auf die Idee, für die Schirmherrschaft bei der Aids-Gala den Neujahrsempfang der Gemeinde ausfallen zu lassen –  dann käme man kostenneutral aus der Geschichte raus. Bei diesem Vorschlag fing das Publikum im Saal an zu murren, er wurde auch nicht wieder aufgegriffen. Letztendlich lehnten die Mitglieder des Hauptausschusses ab, die 10000 Euro springen zu lassen. Auch beim Vorschlag, über die Höhe der Summe mit der Aids-Hilfe noch einmal nachzuverhandeln, stimmte der Ausschuss mit vier Ja- und vier Nein-Stimmen – laut Gemeindeordnung bedeutet das Ablehnung. Carsten Kerkamm zeigte sich von dieser Entscheidung enttäuscht. Gleichzeitig ist er optimistisch, dass er und Nikolas Häckel das nötige Geld für die Schirmherrschaft aufbringen werden.

Gala-Organisatorin Elke Wenning  betont auf Nachfrage unserer Zeitung, die 10000 Euro seien nicht als zwingende Bedingung gemeint gewesen, um die Schirmherrschaft zu übernehmen. Sie seien lediglich eine Verhandlungsgrundlage. Auch der Kursaal³  sei nur ins Spiel gekommen, weil in der Gemeinde Sylt keine Säle mehr frei seien. Sie sehe den Veranstaltungsort zudem losgelöst von der Frage, wer die Schirmherrschaft übernimmt.

http://www.shz.de/lokales/sylter-rundschau/kostspielige-schirmherrschaft-id10553546.html

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