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Britta Frank erhält den Sylter C.P. Hansen-Preis 2022

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Sylter Sprache und Kultur als gelebte Identität

Die Lehrerin Britta Frank wird am 4. Dezember 2022 im „Muasem Hüs“ mit dem

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  1. P. Hansen-Preis der Sylter Gemeinden ausgezeichnet.

Seit 1960 wird dieser über die Grenzen der Insel bekannte Kulturpreis für besondere Verdienste um die friesische Sprache, Kultur, Brauchtum und Natur vergeben.

Das C. P. Hansen- Kuratorium entschied nach zweijähriger Pause, den langjährigen engagierten Einsatz der gebürtigen Sylterin für den friesischen Dialekt Sölring zu würdigen.

Neben dem Sölring-Unterricht in der Grundschule hatte Britta Frank bereits als Pfadfinderin Kontakt mit dem Sylter Friesisch. In dieser Zeit lernte sie nämlich ihren Mann Jens kennen, in dessen Familie das Sölring und die Sylter Kultur selbstverständlich täglich gelebt wurde. Der Vater Johann Frank hatte sogar die vier Evangelien auf Sölring übersetzt und gebunden herausgegeben. Die Schwiegerkinder wurden locker und ungezwungen mit dem Sölring konfrontiert und in die Gespräche mit einbezogen, denn nur auf diese Weise kann der alte Sylter Dialekt weiterleben. Im Kreise der ambitionierten Familie Frank wurde das Sölring auch für Britta Frank so zur vertrauten Familiensprache und für ihre beiden Kinder zur Muttersprache.

Nach ihrem Lehramts- Studium in Hamburg und einem Referendariat in Bremen lebt sie mit Mann und Kindern in Friedrichstadt und arbeitete in Dithmarschen als Lehrerin. Die Verbindung zu Sylt blieb dennoch eng. Die schlechte Position des Sölring-Unterrichtes in den Grundschulen auf Sylt war Britta Frank bekannt und es musste dringend Abhilfe geschaffen werden. So absolvierte die ausgebildete Englischlehrerin und Sonderpädagogin ein zweijähriges Aufbaustudium und stellte einen Versetzungsantrag auf ihre Heimatinsel. Keine Frage, dass sie sehr rasch eingestellt wurde, denn Friesisch-Lehrer sind nach wie vor rar. Das liegt auch daran, dass diesen Lehrern ein hohes Maß an Eigeninitiative und Erfindungsreichtum abverlangt wird. Es existiert sehr wenig Unterrichtsmaterial für die einzelnen Dialekte und jeder Pädagoge muss selbst sehen, wie er entsprechende Lehrmittel erhalten kann. So erging es auch Britta Frank und sie opferte viele Stunden ihrer Zeit dem Übersetzen von Unterrichtsmaterialien aus dem Englischen ins Sölring. Auf diese Weise sind unzählige Spiele und Aufgaben entstanden, die stets ergänzt und optimiert werden müssen. Durch Singen, Malen und Spielen wird die Wahrnehmung der Kinder geschärft, ist sich die Sonderpädagogin sicher. Das sei auch im Sölring-Unterricht wichtig.

Seit nunmehr zwölf Jahren nimmt Britta Frank täglich die Zugfahrt nach Sylt in Kauf, um den Schülern neben ihrer normalen Lehrtätigkeit über das Sölring ein Stück Sylter Geschichte, Kultur und Heimatbewusstsein zu vermitteln. Neben ihren Aufgaben als Konrektorin der St. Nicolai-Schule in Westerland pendelt sie zwischen dieser Schule, dem Standort Nordkamp, der Norddörfer-Schule und der Boy-Lornsen-Schule, um dort den Sylter Kindern in verschiedenen Klassenstufen, auch freiwillig im Sachunterricht, das Sölring näher zu bringen.

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Die geringe Stundenzahl für diesen Sprachunterricht reicht nicht aus, um in vier Grundschuljahren Muttersprachler zu erhalten, das wurde auch in den Brandbriefen der friesischen Vereine, des Nordfriesischen Instituts und der Dozenten und Friesischlehrer an die Landesregierung deutlich. Die bestehenden Möglichkeiten sind nur durch eine kleine Gruppe ambitionierter LehrerInnen, die nicht auf einer 40 Stunden Woche beharren, aufrecht zu erhalten. Zu diesen Menschen gehört ohne jeden Zweifel Britta Frank.

Die Verantwortung für das Weiterleben der friesischen Dialekte können wir jedoch nicht den Pädagogen allein aufbürden. Die letzten friesisch sprechenden Familien sind gefragt, indem sie auch neue Familienmitglieder und lernwillige Außenstehende teilhaben lassen und in die friesische Sprachkultur integrieren. Britta Frank hat sich mit ihrem lebendigen zugewandten Unterricht viele Jahre um den Erhalt und die Akzeptanz der friesischen Sprache auf Sylt verdient gemacht und wird sich nun im Dezember in den Kreis der C. P. Hansen-Preisträger einreihen.

Maren Jessen

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