Das Sylter Ferienwetter: Ostwind, Wolkendecke, Wollmütze
Liebe Herbstferiengäste, liebe Einheimische, die gerade versuchen, im Edeka einen Parkplatz zu finden: Der Wind kommt heute aus Osten. Für alle, die das zum ersten Mal erleben: Das ist die Richtung, aus der sonst nur der Autozug kommt. Die Insel bekommt heute also reine Festlandluft, frisch importiert über Niebüll, mit leichtem Duft nach Mais und Bundesstraße 5.
Der Himmel über Westerland ist am Montag fast vollständig bedeckt, ungefähr so dicht wie die Friedrichstraße um halb zwölf. Das Thermometer schafft 10 bis 12 Grad, ein Wert, den man auf Sylt „mild“ nennt und in Bayern „Grund zum Daheimbleiben“. Der Wind weht mit 4 bis 5 Beaufort, in Böen auch mal mit 6. Das reicht, um die Pommes vom Pappteller zu holen, aber nicht, um die Möwen davon abzuhalten. Es bleibt trocken. Heute Abend reißt die Wolkendecke kurz auf, damit alle sehen können, was sie den ganzen Tag verpasst haben.
Der Luftdruck liegt bei stolzen 1034 Hektopascal, also ungefähr auf dem Niveau der Quadratmeterpreise in Kampen. Am Dienstag bricht er dann ein, auf rund 1011 bis Mitternacht. Ein Absturz, wie man ihn sonst nur von Aktienkursen und Vorsätzen zum Inselmarathon kennt. Der Ostwind legt noch eine Schippe drauf, Böen bis Stärke 6, am Nachmittag fällt ein Millimeter Regen. Ein einziger. Den Sylter juckt das nicht, Feriengäste aus dem Rheinland rufen deswegen aber gern mal die Tourismuszentrale an.
Für die Surfer am Brandenburger Strand gibt es eine gute und eine schlechte Nachricht. Die schlechte: Bei Ostwind ist die Nordsee so glatt, dass man sich fast drin spiegeln kann, Wellen um 60 Zentimeter. Die gute: Am Dienstag rollt aus Nordwest ein langer Schwell mit 12 bis 13 Sekunden Periode heran. Man munkelt, das sei die Nordsee, die sich heimlich gegen den Ostwind aufbäumt. Wir drücken die Daumen.
Hochwasser am Montag um 6:39 und 19:22 Uhr, am Dienstag um 7:47 und 20:37 Uhr. Niedrigwasser jeweils am frühen Nachmittag, die beste Zeit also, um mit der Familie über den Strand zu laufen und dem Nachwuchs zu erklären, warum man im Oktober nicht baden geht.
Unser Fazit: Friesennerz an, Mütze auf, Fischbrötchen fest umklammern. Wer es ganz gemütlich mag, setzt sich in den Strandkorb, dreht ihn mit dem Rücken nach Osten und genießt den Blick aufs Meer. Das ist ja gerade das Schöne am Ostwind: Er kommt von hinten und man muss ihn nicht ansehen.
Datengrundlage: Windfinder-Vorhersage für Brandenburger Strand / Westerland (GFS-Modell), Stand Montagmorgen. windfinder
Unsere Partner
Mehr aus Sylt News alle Beiträge

Stromausfall auf dem Festland: Der Landrat sagt Danke – und Sylt nickt wissend
Wenn im Norden das Licht ausgeht, zeigt sich, wer noch funktioniert, wenn sonst nichts funktioniert. Beim großen …

„Bitte kommen“: Ein Piper-Pilot lädt die Eurofighter zum Mittagstisch ein
Vergangenen Freitag meldete sich eine Piper im Anflug auf Sylt nicht per Funk, zwei Eurofighter der Alarmrotte …

Drei Uhr nachts, Backofen aus dem Takt: Deutschland googelt wieder seinen Herd
Am Sonntag wird die Uhr zurückgestellt. Smartphone und Laptop erledigen das allein, in Sylter Ferienwohnungen …

Dreierpack von Ours-Bang´Na: SC Norddörfer schlägt Löwenstedt III mit 6:1
Der SCN führt zur Pause mit 6:0, dazu treffen Philipp Ferchen, Bendix Bussius und Jan Niklas Wolff. Mit dem Sieg …


































