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Grenzerfahrung in Husum: Wenn das Festland plötzlich zur Schatzkammer wird

Man kennt das ja: Wenn wir Sylter den Hindenburgdamm in Richtung Osten überqueren, tun wir das meist mit einer gewissen Skepsis. Doch ab und an treibt uns nicht nur der Hunger nach Abwechslung, sondern die pure Neugier über das Wattenmeer. Ziel der Reise: Die Husumer Messehallen. Und was wir dort erlebten, glich einer logistischen Meisterleistung, die selbst unsere sommerliche Westerländer Innenstadt wie eine Ruheoase wirken lässt.
Parkplatz-Poker und die große Schleuse
Schon bei der Ankunft wurde klar: Wer hier ein Fleckchen für sein Auto sucht, braucht entweder eine Engelsgeduld oder ein Gefährt von der Größe einer Strandkrabbe. Das örtliche Einkaufszentrum war bis auf den letzten Winkel besetzt – ein Anblick, der uns fast ein bisschen an die Autozug-Schlange in Niebüll erinnerte, nur ohne die Aussicht auf die Nordsee. In Husum herrschte der Ausnahmezustand. 7.000 Menschen pilgerten mit einem Glitzern in den Augen Richtung Messegelände, das man sonst nur sieht, wenn bei uns die Austern zum halben Preis über den Tresen gehen.
Der Außenbereich gab sich noch hanseatisch-zurückhaltend, fast wie das Aufwärmen vor einem Marathon am Ellenbogen. Doch dann passierten wir die „Schleuse“. Ein schmaler Übergang, der die Spreu vom Weizen trennt: Dahinter endet das unverbindliche Schlendern und es beginnt das absolute Flohmarkt-Fieber.
Ein Labyrinth aus Gestern und Heute
Einmal im Innenraum angekommen, offenbart sich ein Labyrinth, das selbst erfahrene Inselführer herausfordern würde. Über 250 Aussteller haben hier ihre Schätze ausgebreitet. Es ist eine faszinierende Melange aus Epochen: Da funkelt die antike Kaffeemühle aus Omas Zeiten direkt neben dem High-Tech-Gadget, das letzte Woche noch als absolute Innovation galt.
Besonders charmant: Mitten im Meer aus Porzellan und Kuriositäten findet sich ein Stand mit frischem Obst. Ein gesunder Boxenstopp für den Profi-Trödler, der zwischen dem Feilschen um eine Meißner Vase mal kurz in einen Apfel beißen muss. Das ist Bodenständigkeit, wie wir sie schätzen.
Warum wir ein bisschen neidisch nach Husum schielen
Man muss es den Husumern lassen: Der Markt ist eine Institution. Wer hier einen Stand ergattern will, muss schneller sein als die Flut am Hörnumer Odde. Meist ist die Halle schon zwei Monate im Voraus komplett ausgebucht. Die Standpreise? Durchaus moderat. So moderat, dass am Ende des Tages für die Verkäufer tatsächlich noch ein ordentliches Plus in der Kasse bleibt – ein Konzept, das auf unserer schönen Insel ja manchmal eher als Legende gilt.
Das Fazit: Ein Tag voller Leben
Nach dem obligatorischen Besuch der Fressbude im Innenraum – wo man bei einer Wurst die Beute der Konkurrenz analysiert – bleibt ein warmes Gefühl zurück. Husum zeigt, dass es auch ohne Champagner-Service und VIP-Loge geht.
Und während wir uns langsam wieder Richtung Marschbahn oder Fähre orientieren, schweifen die Blicke schon zu den Plakaten für das nächste Event in der Halle: Ein Queen-Cover-Konzert steht an. Wer danach Entspannung sucht, findet sie im Übergang zur Nachbarhalle, die als Relax-Zone fungiert. Ein Kurztrip aufs Festland, der sich gelohnt hat – auch wenn wir froh sind, wenn wir am Horizont wieder den Listland-Leuchtturm sehen.
- Man kennt das ja: Wenn wir Sylter den Hindenburgdamm in Richtung Osten überqueren, tun wir das meist mit einer gewissen Skepsis. Doch ab und an treibt uns nicht nur der Hunger nach Abwechslung, sondern die pure Neugier über das Wattenmeer. Ziel der Reise: Die Husumer Messehallen. Und was wir dort erlebten, glich einer logistischen Meisterleistung, die selbst unsere sommerliche Westerländer Innenstadt wie eine Ruheoase wirken lässt.
- Parkplatz-Poker und die große Schleuse
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