Sylt News
Warum der Sylter Winter die beste (und härteste) Kur der Welt ist

Hand aufs Herz: Wir lieben den Sommer. Aber sind wir mal ehrlich – der Winter ist die Zeit, in der Sylt wieder uns gehört. Die Zeit, in der man die Friedrichstraße entlangschlendern kann, ohne Slalom um Selfiesticks zu laufen. Die Zeit, in der „Wellness“ nicht bedeutet, im Bademantel Gurkenscheiben auf den Augen zu haben, sondern sich bei Windstärke 8 am Weststrand peelen zu lassen, bis die Wangen glühen wie nach drei Glühwein.
Doch warum tun wir uns das an? Warum tauschen wir den Bikini gegen den Michelin-Männchen-Look und das kühle Pils gegen heißen Tee? Ganz einfach: Weil es gesund ist. Sagen zumindest die Experten – und wir glauben das gerne, während wir uns die Eiszapfen von der Nase brechen.
Das berühmte „Reizklima“ – oder: Wenn das Wetter zurückschlägt
Die Wissenschaftler nennen es charmant „Reizklima“. Das klingt nach sanfter Anregung, ist aber eigentlich nordfriesisch für: Das Wetter fordert dich zum Duell. Die Kombination aus Kälte, Wind und UV-Strahlung tritt unseren Stoffwechsel nämlich so richtig in den Hintern.
- Der Kälte-Kick: Der ständige Kältereiz auf der Haut sorgt dafür, dass unser Körper den inneren Ofen anwerfen muss. Wir frieren uns also quasi schlank. Das ist doch mal ein Diät-Konzept, das uns gefällt!
- Die Champagner-Luft: Marketing-Profis behaupten ja, Sylter Luft sei wie Champagner. Und sie haben recht: Sie prickelt, ist teuer (zumindest der Aufenthalt hier) und macht irgendwie lustig im Kopf. Tatsächlich inhalieren wir hier einen Cocktail aus Salz, Jod und Mineralien, der besser ist als jedes Nasenspray.
Atmen Sie tief durch (bevor der Wind es für Sie tut)
Während die armen Seelen in Hamburg oder Dortmund Luftwerte haben, bei denen man die Luft schneiden kann (Index oft über 50!), liegen wir auf Sylt entspannt unter 25. Und selbst wenn wir mal Feinstaub haben, ist das kein Ruß, sondern – halten Sie sich fest – natürlicher Sand und Meersalz. Wir atmen hier also quasi den Strand ein. Bio, vegan und glutenfrei.
Ein Gutachten des Deutschen Wetterdienstes hat uns bescheinigt: Unsere Durchlüftung ist „ausgezeichnet“. Kunststück! Wenn der Wind so pfeift, dass die Frisur in Sekundenschnelle zur waagerechten Skulptur wird, ist „Durchlüftung“ noch untertrieben.
Wenn die Natur nicht reicht: Profi-Hilfe
Wem der Spaziergang am Flutsaum noch nicht reicht, der kann sich auch professionell bearbeiten lassen. In der Nordseeklinik wissen sie genau, wie man Neurodermitis und Asthma mit unserem Klima in den Griff bekommt. Und im „Syltness Center“ wird das Nordseewasser so fein zerstäubt, dass es bis in die letzte Ecke der Bronchien kriecht. Für alle, die draußen am Strand den Mund nicht weit genug aufgemacht haben.
Fazit: Nur die Harten kommen in den Strandkorb
Der Sylter Winter ist nichts für Weicheier. Er ist rau, er ist laut und er verlangt einem alles ab. Aber genau das lieben wir. Er härtet uns ab, stärkt das Immunsystem und sorgt dafür, dass wir abends mit diesem wohligen Gefühl der totalen Erschöpfung auf das Sofa fallen.
Also: Jacke zu, Mütze auf und raus in den Sturm! Es ist ja schließlich für die Gesundheit.
Unser Job ist es von der Insel zu berichten… und manchmal wünschen wir uns auf die Malediven… aber nur für 2-3 Minuten, wenn die Kälte sich nach 4 Stunden durch die Jacken gefräst hat:
























































































































