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Blutrausch auf Sylt: Der Wolf im Fuchs-Pelz?

Auf Sylt herrscht Aufregung: Zwischen dem 19. und 21. Mai kam es am Nössedeich bei Keitum zu einem dramatischen Vorfall, bei dem 78 Lämmer und Schafe getötet wurden. Nun ist klar, wer der Täter ist: ein Goldschakal. DNA-Proben von den gerissenen Tieren haben den Verdacht bestätigt.
Der Schäfer selbst entdeckte das Raubtier am Morgen des 20. Mai an seiner Herde und konnte es sogar auf Video festhalten, wie die SHZ berichtete. In derselben Nacht schlug der Goldschakal erneut zu und tötete dabei 46 Tiere auf einmal. Kurz darauf wurde das Tier auch in Wenningstedt, einige Kilometer entfernt, gesichtet und ebenfalls gefilmt.
Goldschakale sind ursprünglich in Südosteuropa und Asien beheimatet und haben sich in den letzten Jahren immer weiter nach Mitteleuropa ausgebreitet. Sie sind kleiner als Wölfe, aber größer als Füchse. In Norddeutschland gab es in den letzten Jahren immer wieder vereinzelte Sichtungen, doch auf Sylt wurde bislang noch nie ein Goldschakal gesichtet.
Wie das Tier auf die Insel gelangt ist, bleibt spannend. Goldschakale sind sehr anpassungsfähig und können große Strecken zurücklegen. Sie sind sogar in der Lage zu schwimmen oder bei Niedrigwasser durchs Watt zu laufen. So könnte das Tier eigenständig den Weg nach Sylt gefunden haben.
Der Goldschakal steht unter strengem Schutz und darf nicht einfach getötet werden. Das sorgt für Diskussionen, denn Schafe sind für den Küstenschutz auf Sylt besonders wichtig. Der Vorfall zeigt, wie sich die Tierwelt in Norddeutschland verändert und welche Herausforderungen das für Mensch und Natur mit sich bringt.
Immer wieder werden Tiere entdeckt, die sich weit weg von ihrem ursprünglichen Lebensraum ausbreiten – zu Land und auch im Wasser. Sie sorgen für ein Ungleichgewicht in der Natur. Die Pazifik-Auster ist das beste Beispiel: ein hausgemachtes Problem. Freut man sich über den ein oder anderen Fuchs, den man mit viel Glück auf Sylt erspähen kann, so ist zum Beispiel der Marderhund einer dieser unwillkommenen Gäste. Von diesen sollen auf Sylt rund 100 Stück im Jahr geschossen werden. Marderhunde haben in ihrer natürlichen Heimat keine Feinde und sind ziemlich bissige Gesellen. Sie kommen ursprünglich aus dem Osten Asiens. Sie fallen allerdings kaum auf, sind nachtaktiv und aufgrund ihrer Größe können sie Nutztieren kaum gefährlich werden – es sei denn, sie gelangen in den Hühnerstall. Anders der Goldschakal.




















































































































